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Symposium

"Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren"

Call for Papers

SYMPOSIUM + SAMMELBAND II: "Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren"

Das interdisziplinäre Projekt „Das Anthropozän lernen und lehren“ nutzt das Anthropozän als Denkrahmen für transformative Bil­dungs­prozesse und als Reflexionsbegriff für eine Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In dieser Mehrfach­funktion wollen wir als PH NÖ das An­thro­pozän an die Schule(n) bringen. Im aktuellen Erdzeitalter werden die mas­siven Eingriffe des Menschen in das Erdsystem sichtbar. Der geologische Fachbegriff, das Anthropozän, fordert dazu auf, über die Notwendigkeit und die Möglich­keit einer zukunftsorientierten Neugestaltung der Mensch-Natur-Beziehung nachzudenken.

Der erste Sammelband Das Anthropozän lernen und lehren (erscheint im Herbst 2020 im Studienverlag als Band 9 der Reihe „Päda­gogik für Niederösterreich“) stellt theoretische und praktische Zugänge zum Anthropozän-Konzept im Bildungskontext aus Sicht verschiedener Bezugswissenschaften vor.

Der zweite Workshop und Sammelband Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren fokussiert das transformative Potenzial kultu­rel­ler Praktiken, Produkte, Perspektiven in Bildungsprozessen. Ausgangspunkt dafür ist ein Verständnis von kultureller Nachhaltigkeit als Querschnittsthema, „weil jede Art der Thematisierung [von Nachhaltigkeit] immer kulturell vermittelt wird, d. h. auf bestimmten Wahrnehmungsmustern, Erkenntnismethoden, Wissensbeständen und Werten beruht.“ (Rippl 2019, 316) Im Zentrum steht daher die Frage nach der Bedeutung und den Möglichkeiten von kultureller Nachhaltigkeit als Bildungskonzept für eine gesamtge­sell­schaft­liche Transformation, deren Ziel der Schutz und die Sicherung der menschlichen und nichtmenschlichen Lebensbedingungen im Anthropozän ist. Entsprechende Lehr-Lernprozesse erfolgen „in einem Spannungsfeld sozialer, kognitiver und emotionaler Pro­zesse“ (Wanning 2019, 296) und mit dem Blick auf den Menschen als „Teilnehmer an Netzwerken sehr unterschiedlicher Handlungs­träger, die Pflanzen, Tiere, Landschaften, Ressourcen, Atmosphären und Dinge umfassen“ (Horn 2017, 9). Das Anthropozän-Konzept als Denkrahmen für transformative Bildungsprozesse mit dem Ziel kultureller Nachhaltigkeit kann für die Entwicklung entsprechen­der Lernszenarien dreifach richtunggebend sein: zur theoretischen Fundierung, zur Konzipierung und zur Evaluierung. Erbeten sind daher Beiträge sowohl aus dem Feld der Konzept- als auch der empirischen Forschung, die sich im Rahmen folgender Frage­stel­lun­gen be­wegen:

  • Welche Rolle können Literatur und Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen, als Orte „einer ständigen, kreativen Selbster­neuerung von Sprache, Wahrnehmung, Imagination und Kommunikation“ (Zapf 2015, 177), in einer Bildung für kulturelle Nach­haltigkeit spielen?
  • Welche Lehr-Lernprozesse können kulturelle Nachhaltigkeit befördern? Wie können sie evaluiert werden?
  • Welche didaktischen Konzepte braucht eine Bildung für kulturelle Nachhaltigkeit?
  • Welche Lernszenarien ermöglichen die Decodierung der Vergangenheit als kulturelles Gedächtnis?
  • Welche Lernszenarien setzen sich mit Gestaltungsmöglichkeiten der Zukunft auseinander?
  • Wie sind diese Lernszenarien in Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II mathetisch umsetzbar?
  • Welche kulturpädagogische theoretische Fundierung bietet sich für transformative Bildungsprozesse an, die das Themenfeld Mensch – Natur – Kultur – Umwelt bzw. Unswelt (Leinfelder 2012) fokussieren?  

Zitierte Literatur: Horn, E. (2017). Jenseits der Kindeskinder. Nachhaltigkeit im Anthropozän. Merkur 71 (814), 5–17. – Leinfelder, R. (2012). Paul Joseph Crutzen, The “Anthropocene”. In C. Leggewie et al. (Hrsg.), Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften (S. 257–260). Bielefeld: transcript. – Rippl, G. (2019). Kulturwissenschaft. In U. Kluwick & E. Zemanek (Hrsg.), Nachhaltigkeit interdisziplinär (S. 312–329). Wien u.a.: Böhlau. – Wanning, B. (2019). Bildungspolitik/Didaktik. In Ebd., S. 295–311. – Zapf, H. (2015). Kulturökologie und Literatur. In G. Dürbeck & U. Stobbe (Hrsg.), Ecocriticism (S. 172–184). Köln u.a.: Böhlau.

 


Abstracts möglicher Beiträge im Umfang von etwa 400 Wörtern mit Angabe von fünf bis sechs Keywords und einer kurzen biografi­schen Info inkl. E-Mail-Adresse der Autorin/des Autors bitte bis 15. Oktober 2020 an carmen.sippl(at)ph-noe.ac.at senden. 


 

Weiterer Ablauf:

  • Rückmeldung zu den Abstracts durch das Editorial Board (in der Verantwortung von Erwin Rauscher): 31. Oktober 2020
  • Abgabetermin der Beiträge (entsprechend den formalen Vorgaben): 28. Februar 2021
  • Peer Review: unter den Autorinnen/Autoren sowie den Herausgeberinnen/Herausgebern März–April 2021
  • WORKSHOP: 22./23. April 2021 an der Pädagogischen Hochschule NÖ am Campus Baden
  • Überarbeitungsphase: Mai–Juni 2021
  • Endabgabe: 30. Juni 2021
  • Veröffentlichung: Oktober/November 2021

 

 

 

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SYMPOSIUM + SAMMELBAND I: "Das Anthropozän lernen und lehren"

Das interdisziplinäre Projekt „Das Anthropozän lernen und lehren“ hat sich das Ziel gesteckt, das Anthropozän als Denkrahmen für Bildungs­prozesse an die Schule zu bringen. Der geologische Fachbegriff für unser aktuelles Erdzeitalter dient gleichzeitig als kulturel­les Konzept für Beschreibung und Gestaltung der Mensch-Natur-Beziehung. In dieser Mehrfachfunktion kann das Anthropozän als Reflexionsbegriff und Herausforderung für eine Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung genutzt werden.

Um im Unterricht eine fächerverbindende Auseinandersetzung im Kontext der Dimensionen Zeit und Raum zu ermöglichen, kon­zen­triert sich das Projekt exemplarisch auf das Thema Wasser im Raum NÖ, aus der Perspektive verschiedener Bezugswissenschaften.
Das Symposium Das Anthropozän lernen und lehren will einen Austausch über theoretische Grundlagen und praktische Anwendungsbeispiele, didaktische Rahmungen und pädagogische Prinzipien ermöglichen.

 

23./24. April 2020, PH NÖ, Campus Baden 

Ein vielseitiges Programm verspricht Ein- und Ausblicke auf das Anthropozän als Wissenschafts- und Bildungskonzept (Univ.Prof. Dr. Reinhold Leinfelder, Freie Universität Berlin) sowie auf literaturdidaktische Perspektiven des Anthropozäns (Dr. Elisabeth Hollerweger, Universität Bremen). 

Die angebotenen Reflexionswerkstätten ermöglichen den Transfer vom wissenschaftlichen Diskurs zur Praxis und laden zur interdisziplinären Zusammenarbeit ein. Umrahmt wird die Veranstaltung durch die Ausstellung Quellen und Bäder in Baden bei Wien von und mit Hans Hornyik, Burgschauspieler Robert Reinagl liest Literarisches zum Thema Wasser. 

Das vorläufige Programm finden Sie hier. (Aktueller Stand: 15.12.2019)

Sehr geehrte Teilnehmer/innen, liebe Kolleginnen und Kollegen, 

leider mussten wir aufgrund der aktuellen Ereignisse das Symposium „Das Anthropozän lernen und lehren“ am 23./24. April 2020 absagen. 

Der begleitende Sammelband erscheint jedoch wie geplant in diesem Herbst; die Beiträge befinden sich gerade im Review. Wir danken herzlich allen, die dafür mit ihren jeweiligen Perspektiven beigetragen haben!

Es wird noch in diesem Jahr einen neuen Call geben, sodass wir auf den ersten Ergebnissen aus unserem Forschungsprojekt aufbauend im Frühjahr 2021 zu einem Workshop einladen können.

Aktuelle Informationen finden Sie hier auf der Projektwebsite und auf dem das Projekt begleitenden Blog.

Bleiben Sie gesund!

Mit herzlichen Grüßen

Carmen Sippl

für das Anthropozän-Team der PH NÖ