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Symposium

"Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren"

Pädagogische Hochschule Niederösterreich, 22./23. April 2021

WIR DANKEN ALLEN REFERENT*INNEN UND TEILNEHMER*INNEN für die inspirierenden Beiträge, Ideen, Anregungen, Diskussionen!

  • Das BOOKLET informiert über Programm, Inhalte, Referent*innen, Zielsetzungen des Symposiums.
  • Eine Zusammenfassung und Rückschau ist auf dem BLOG nachzulesen.
  • Die impulsgebenden Eröffnungs- und Schlussworte von Erwin Rauscher, von Bilderbuchkünstler Willy Puchner, die Keynotes von Gabriele Rippl, Reinhold Leinfelder, Berbeli Wanning und Kaspar H. Spinner stehen zum NACHSCHAUEN auf dem Medienserver der PH NÖ bereit.
  • Unterlagen zu einzelnen Präsentationen sind hier abrufbar.

 

Das interdisziplinäre Projekt „Das Anthropozän lernen und lehren“ nutzt das Anthropozän als Denkrahmen für transformative Bil­dungs­prozesse und als Reflexionsbegriff für eine Weiterentwicklung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. In dieser Mehrfach­funktion wollen wir als PH NÖ das An­thro­pozän an die Schule(n) bringen. Im aktuellen Erdzeitalter werden die mas­siven Eingriffe des Menschen in das Erdsystem sichtbar. Der geologische Fachbegriff, das Anthropozän, fordert dazu auf, über die Notwendigkeit und die Möglich­keit einer zukunftsorientierten Neugestaltung der Mensch-Natur-Beziehung nachzudenken.

Der erste Sammelband Das Anthropozän lernen und lehren (Innsbruck et al.: Studienverlag, Band 9 der Reihe „Päda­gogik für Niederösterreich“) stellt theoretische und praktische Zugänge zum Anthropozän-Konzept im Bildungskontext aus Sicht verschiedener Bezugswissenschaften vor.

Der zweite Workshop und Sammelband Kulturelle Nachhaltigkeit lernen und lehren fokussiert das transformative Potenzial kultu­rel­ler Praktiken, Produkte, Perspektiven in Bildungsprozessen. Ausgangspunkt dafür ist ein Verständnis von kultureller Nachhaltigkeit als Querschnittsthema, „weil jede Art der Thematisierung [von Nachhaltigkeit] immer kulturell vermittelt wird, d. h. auf bestimmten Wahrnehmungsmustern, Erkenntnismethoden, Wissensbeständen und Werten beruht.“ (Rippl 2019, 316)

Im Zentrum steht daher die Frage nach der Bedeutung und den Möglichkeiten von kultureller Nachhaltigkeit als Bildungskonzept für eine gesamtge­sell­schaft­liche Transformation, deren Ziel der Schutz und die Sicherung der menschlichen und nichtmenschlichen Lebensbedingungen im Anthropozän ist. Entsprechende Lehr-Lernprozesse erfolgen „in einem Spannungsfeld sozialer, kognitiver und emotionaler Pro­zesse“ (Wanning 2019, 296) und mit dem Blick auf den Menschen als „Teilnehmer an Netzwerken sehr unterschiedlicher Handlungs­träger, die Pflanzen, Tiere, Landschaften, Ressourcen, Atmosphären und Dinge umfassen“ (Horn 2017, 9).

Das Anthropozän-Konzept als Denkrahmen für transformative Bildungsprozesse mit dem Ziel kultureller Nachhaltigkeit kann für die Entwicklung entsprechen­der Lernszenarien dreifach richtunggebend sein: zur theoretischen Fundierung, zur Konzipierung und zur Evaluierung. Erbeten sind daher Beiträge sowohl aus dem Feld der Konzept- als auch der empirischen Forschung, die sich im Rahmen folgender Frage­stel­lun­gen be­wegen:

  • Welche Rolle können Literatur und Kunst in ihren vielfältigen Ausdrucksformen, als Orte „einer ständigen, kreativen Selbster­neuerung von Sprache, Wahrnehmung, Imagination und Kommunikation“ (Zapf 2015, 177), in einer Bildung für kulturelle Nach­haltigkeit spielen?
  • Welche Lehr-Lernprozesse können kulturelle Nachhaltigkeit befördern? Wie können sie evaluiert werden?
  • Welche didaktischen Konzepte braucht eine Bildung für kulturelle Nachhaltigkeit?
  • Welche Lernszenarien ermöglichen die Decodierung der Vergangenheit als kulturelles Gedächtnis?
  • Welche Lernszenarien setzen sich mit Gestaltungsmöglichkeiten der Zukunft auseinander?
  • Wie sind diese Lernszenarien in Primarstufe, Sekundarstufe I und Sekundarstufe II mathetisch umsetzbar?
  • Welche kulturpädagogische theoretische Fundierung bietet sich für transformative Bildungsprozesse an, die das Themenfeld Mensch – Natur – Kultur – Umwelt bzw. Unswelt (Leinfelder 2012) fokussieren?  

Zitierte Literatur: Horn, E. (2017). Jenseits der Kindeskinder. Nachhaltigkeit im Anthropozän. Merkur 71 (814), 5–17. – Leinfelder, R. (2012). Paul Joseph Crutzen, The “Anthropocene”. In C. Leggewie et al. (Hrsg.), Schlüsselwerke der Kulturwissenschaften (S. 257–260). Bielefeld: transcript. – Rippl, G. (2019). Kulturwissenschaft. In U. Kluwick & E. Zemanek (Hrsg.), Nachhaltigkeit interdisziplinär (S. 312–329). Wien u.a.: Böhlau. – Wanning, B. (2019). Bildungspolitik/Didaktik. In Ebd., S. 295–311. – Zapf, H. (2015). Kulturökologie und Literatur. In G. Dürbeck & U. Stobbe (Hrsg.), Ecocriticism (S. 172–184). Köln u.a.: Böhlau.


Weiterer Ablauf:

  • Abstract-Einreichung: 400 Wörter mit Angabe von fünf bis sechs Keywords und einer kurzen biografi­schen Info inkl. E-Mail-Adresse der Autorin/des Autors bis 15. Oktober 2020 an carmen.sippl(at)ph-noe.ac.at
  • Rückmeldung zu den Abstracts durch das Editorial Board (in der Verantwortung von Erwin Rauscher): 31. Oktober 2020
  • Abgabetermin der Beiträge (entsprechend den formalen Vorgaben): 28. Februar 2021
  • Peer Review: unter den Autorinnen/Autoren sowie den Herausgeberinnen/Herausgebern März–April 2021
  • WORKSHOP: 22./23. April 2021 an der Pädagogischen Hochschule NÖ am Campus Baden
  • Überarbeitungsphase: Mai–Juni 2021
  • Endabgabe: 30. Juni 2021
  • Veröffentlichung: Oktober/November 2021

Zur Manuskriptgestaltung siehe die Hinweise im Bereich "Literatur & Links" dieser Projektwebsite.