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Forschungsfrage, Thema, Titel

Forschungsfrage

In der Wissenschaft ist es das Ziel, durch die Beantwortung von Forschungsfragen einen Erkenntnisgewinn zu haben und eine Erklärung für bestimmte Phänomene/Umstände/Situationen etc. zu liefern. Auf der Suche nach der passenden Antwort muss man sich von dem Gedanken befreien die eine richtige Antwort zu finden – denn die gibt es in der Wissenschaft oft nicht. Ausschlaggebend ist der Blickwinkel mit dem etwas betrachtet wird. Denn der Blickwinkel hat großen Einfluss auf das Ergebnis einer Untersuchung.

Eine Forschungsfrage gehört zu jeder wissenschaftlichen Arbeit. Das Ziel der Arbeit ist es dann, die gestellte Frage umfassend und möglichst präzise zu beantworten. Eine Forschungsfrage darf weder zu eng noch zu weit gefasst werden. Sie muss genau so gewählt werden, dass sie im vorgegebenen Umfang der Arbeit beantwortet werden kann, ohne den Rahmen zu sprengen bzw. stark zu unterschreiten.

Das Ziel bei einer Forschungsfrage sollte es sein, die gesamte Forschungsarbeit in einer einzigen Frage zu formulieren!

Gute und schlechte Fragestellungen

Gute Fragestellungen sind als W-Frage (Wie, Warum, Was, Weshalb…) formuliert und grenzen sich durch die Formulierung von anderen, bereits geschriebenen Arbeiten ab.

Schlechte Fragestellungen sind in sich widersprüchlich, stellen eine bloße Behauptung dar, basieren auf falschen Vorannahmen, beinhalten Unklarheiten, wirken beeinflussend.

Neben der Forschungsfrage ist es auch möglich Unterfragenzu formulieren. Sinnvoll ist dies vor allem in größeren Forschungsarbeiten wie beispielsweise einer Diplomarbeit. Die Unterfragen beziehen sich auf einzelne Kapitel in der Forschungsarbeit und sollten wiederum darauf abzielen, die Forschungsfrage als solches zu beantworten.

Typen von Forschungsfragen

Nachfolgend werden die verschiedenen Fragetypen mit Beispielen erläutert. Als thematisches Beispiel haben wir den Kärntner Ortstafelkonflikt herangezogen.

1. Erklärung: Warum ist etwas so wie es ist?

  • Beispielfrage: Warum ist die Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln ein Konfliktthema zwischen den beiden Kärntner Volksgruppen?

2. Beschreibung: Wie sieht der jeweilige Sachverhalt aus?

  • Beispielfrage: Wie hat sich der Kärntner Ortstafelkonflikt seit dem Erkenntnis vom 13.12.2001 entwickelt?

3. Prognose: Wie wird sich etwas entwickeln?

  • Beispielfrage: Wie wird sich der Kärntner Ortstafelkonflikt nach der nächsten Landtagswahl entwickeln?

4. Bewertung: Wie ist das Beschriebene/Erklärte zu bewerten?

  • Beispielfrage: Wie sehen die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung aus, um den Ortstafelkonflikt zu lösen?

5. Gestaltung: Was muss getan werden, um ein Ziel zu erreichen?

  • Beispielfrage: Was kann gemacht werden, um den Kärntner Ortstafelkonflikt zu lösen?

Thema

Verpflichtende Bestandteile können je nach Lehrgang unterschiedlich sein. Informieren Sie sich dazu bitte bei Ihrer Lehrgangsleitung.

Ein Exposè setzt sich aus 6 Schritten zusammen:

  • Arbeitstitel: dieser steht zu Beginn der Arbeit. Der Titel setzt sich aus wichtigen Schlagwörtern des behandelten Themas auseinander, sodass der Leser gleich erkennen kann, um was es sich dabei handelt. Der Titel kann sich im Verlauf der Arbeit verändern. Er soll etwas aussagen. Es ist eine Kunst, den richtigen Titel zu wählen, der aussagekräftig ist. Er soll kurz und prägnant sein und sich keinesfalls über 2-3 Zeilen erstrecken. Schlagzeilencharakter ist hierfür ein gutes Stichwort. Nötigenfalls kann man auch mit einem Untertitel arbeiten (1-2 Zeilen)
  • Entwicklung der Problemstellung:Das ist das Kernstück eines jeden Konzepts. Es soll dabei dargestelllt werden, um welches Problem es sich dabei handelt, welche Fragen daran hängen und in welchem weiteren Zusammenhang es steht. Weiters: Wie ist diese Frage bis dato in einem Fach behandelt worden? Was ist der Stand der Forschung auf diesem Gebiet? Welchen Vorteil und Fortschritt kann man sich bei der Auseinandersetzung mit diesem Problem erwarten?  (im Vergleich zu bisherigen Arbeiten). Welche Relevanz und Aktualität besitzt diese Problemstellung. Es geht also bei der Entwicklung der Problemstellung darum, all diese Punkte darzustellen, das eiegne Problembewusstsein zu artikulieren und gleichzeitig den Überblickscharakter zu wahren. Dieser ist erforderlich, weil es eben nur ein Konzept ist und nicht schon die fertige Arbeit.  (insgesamt 4-6 Seiten)  - Einführung in die Thematik, Entwicklung der Problemstellung, Forschungsstand, Konkretisierung der Fragestellung
  • Methodisches Vorgehen: Dabei sollte die Forschungsmethode und die methodologischen Praktiken skiziiert werden, die der Fragestellung angemessen erscheinen. Auch eine wissenschaftsphilosophische Orientierung und Einordnung der metdodologischen Vorgangsweise ist sinnvoll. (1-2 Seiten)  - Wissenschaftsphilosophischer Kontext, Allgemeine methodologische Strategie, Konkrete methodologische Praktiken/Forschungstechniken (bezogen auf die Forschungsfrage)
  • Inhaltsstruktur (vorläufige Gliederung der Arbeit). Mit welcher Gliederung kann ich die Fragestellung umsetzen? Welche Aspekte, Themen und Fragen müssen behandelt werden, um der Problemstellung gerecht zu werden. Das Inhaltsverzeichnis selbst kann erst nach Abschluss der Arbeit angefertigt werden (1 Seite)
  • Zeitplan: dieser ist wichtig, um zu erkennen, inwieweit ist mein Vorhaben realisierbar. Oft muss eine Fragestellung eingegrenzt werden, damit sie für eine einzelne Person machbar ist.  (1 Seite)
  • Literaturverzeichnis: ein Verzeichnis jener Literatur und Quellen, die im Konzept selbst referiert wurden.
  • Bibliografie: eine nach sorgfältiger Recherche zusammengestellte Liste jener Bücher, Artikel etc. die voraussichtlich für die Arbeit relevant sind ( mit dem Anspruch auf Vollständigkeit, kann mehrere Seiten sein).