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Fachtagung Berufsorientierung #BO_konkret

Live - Stream der Fachtagung #BO_konkret2019

Sie können unsere Fachtagung auch über einen Live-Stream und Live-Chat besuchen.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!

Die Aufzeichnungen der Fachtagung sind unter folgenden Links abrufbar:

Was braucht gelingende und nachhaltige Berufsorientierung, um regional zu wirken?

#BO_konkret fokussiert auf:

  • Regionale Aspekte in der Berufsorientierung und im Berufsorientierungsprozess
  • Methodische Aspekte in der Gestaltung der Berufsorientierung
  • Unternehmerische Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Berufsorientierung
  • Sozialpartnerschaftliche Ansatzpunkte für eine moderne Berufsorientierung

Key Notes:

Margit Pichler: Förderung von Berufswahlkompetenz am Übergang Schule-Beruf am Best Practice Beispiel „ReBOx – Regionale Berufsorientierung ermöglichen“

Jugendliche am Weg zur Berufswahlentscheidung zu begleiten, bedeutet berufsorientierte Maßnahmen einzuleiten, die zum ganzheitlichen Lernen anregen und einen Raum zur Entfaltung der Potenziale von Schülerinnen und Schülern öffnen. Der Fokus im Projekt ReBOx richtet sich intensiv auf stärkenorientierte Methoden, die einerseits das Selbstwertbewusstsein der Jugendlichen steigern und andererseits die Bereitschaft entwickeln, für die eigene Berufsbiografie Verantwortung zu übernehmen.
Berufsorientierung ist mehr als das Finden eines Berufes, der mit den Fähigkeiten, Interessen und Neigungen des Jugendlichen zu einer Passung führt. Vielmehr geht es darum, die jungen Menschen in einem längeren Prozess mit Kompetenzen auszustatten, welche sie auf die veränderte Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten. Diese Kompetenzen und Potenziale lassen sich nur entwickeln und aufdecken, wenn die Rahmenbedingungen und gesetzten Maßnahmen im berufsorientierten Unterricht stimmen. Die Verantwortung für Schule und außerschulische Akteur/innen ist mit zunehmender Komplexität der Arbeitswelt erheblich gewachsen. Am Übergang Schule-Beruf braucht es regionale Kooperationen, Sozialpartnerschaften und allen voran die Unterstützung der Eltern. Gerade Eltern spielen bei der Berufs- und Ausbildungsentscheidung eine wesentliche Rolle und sind wegweisende Stakeholder im Berufswahlprozess. Damit Schule die Berufswahlkompetenz der Schülerinnen und Schüler entwicklungsangemessen fördern kann, brauchen Pädagog/innen ausreichend Raum, um im BO-Prozess den Jugendlichen ihre volle Unterstützung anbieten zu können. Das ReBOx-Projekt greift den bisherigen schulischen Berufsorientierungsprozess auf  und verankert diesen regional durch die Einbindung örtlicher Unternehmen. Die alltagsnahe Begegnung und die Ausrichtung auf das regionale Wissen unterstützt den Blick auf berufliche Chancen und Potenziale in der Region.
Eine gute erste Berufswahlentscheidung setzt ein solides berufliches Selbstkonzept voraus, welches nicht zuletzt durch die selbstreflexive Auseinandersetzung mit gemachten Erfahrungen und das Bewusstmachen persönlicher Ressourcen im Berufsorientierungsunterricht entstehen kann. Die Anforderungen einer Arbeitswelt von morgen verlangen neue Konzepte und innovative Methoden, die bei der Begleitung von Schülerinnen und Schülern im Berufswahlprozess verstärkt zur Anwendung kommen sollen. Das vorgestellte Projekt „ReBOx - Regionale Berufsorientierung ermöglichen“ will beispielhaft erweiterte Möglichkeiten in der Berufswahlbegleitung aufzeigen.

Conny Wernitznig: Junge Talente. Die regionale Zukunft der Arbeitswelt.

Die Anziehungskraft von Städten ist groß. Insbesondere für junge Menschen, die sich oft schon mit 14 Jahren entscheiden, ihren Lebensmittelpunkt vom Land in die Stadt zu verlegen: um eine Lehre zu starten, eine weiterführende Schule zu besuchen oder später ein Studium zu beginnen. Oft kehren sie nach Abschluss ihrer Ausbildung nicht mehr „aufs Land“ zurück.
Das führt zu Fachkräftemangel in ländlichen Regionen und zu verstärkter Abwanderung. Viele Menschen bleiben zwar am Land wohnen, die Zahl der Berufs-Auspendlerinnen steigt jedoch und die Entwicklung von „Schlafgemeinden“ im Speckgürtel von Städten nimmt zu.
Eine fatale Entwicklung für den ländlichen Raum.
Dabei haben ländliche Regionen viel zu bieten. Vor allem die persönliche und individuelle Betreuung von jungen Menschen, neue Betriebsansiedelungen, alle Betriebsgrößen vom startup über den Familienbetrieb bis hin zum HighTech-Unternehmen.
Die Chancen für junge Menschen, am regionalen Arbeitsmarkt spannende Berufe zu erlernen, gute weiterführende Schulen zu besuchen, die Zukunft der Arbeitswelt in Regionen aktiv mitzugestalten und Karriere zu machen, sind vielfältig und groß.
Um dieses Bewusstsein zu stärken und junge Menschen zu ermutigen, in ihrem Wohnumfeld zu lernen, zu studieren und/oder zu arbeiten, braucht es einerseits Unternehmen, die sich im Sinne eines zeitgemäßen Employer Brandings auf die Bedürfnisse von jungen Menschen einlassen und ihnen parallel zur Ausbildung auch spannende, berufsbegleitende Weiterbildungen, moderne Unternehmensbeteiligungen und auch attraktive Freizeitangebote ermöglichen. Andererseits braucht es regionale Initiativen und Aktivitäten, die zielgruppenorientiert daran arbeiten, junge Talente in der Region zu halten, sie beispielsweise nach dem Studium/der Ausbildung in die Region zurückzuholen und dadurch die Zukunft der Arbeitswelt im ländlichen Raum zu sichern.

Podiumsdiskussion zum Thema #BO_konkret: Was braucht gelingende und nachhaltige Berufsorientierung, um regional zu wirken?

  • Reinhard Bauer, Institut für Berufsbildung an der PH Wien
  • Andrea Kohlert, Schulleiterin der Mittelschule Lanzenkirchen
  • Margit Pichler, Zentrum Berufspädagogik der PH Niederösterreich
  • Elke Szalai, Unternehmerin Planung & Vielfalt und wissenschaftliche Mitarbeiterin FH Burgenland

Moderation: Birgit Perl, ORF NÖ  


Welche Anforderungen muss berufsorientierter Unterricht von heute erfüllen, um die Berufswahlkompetenz junger Menschen zu fördern?  Welche innovativen Methoden braucht eine moderne Berufsorientierung, um bei der Berufswahl der Jugendlichen zu unterstützen? Wie kam es zu der pilothaften Umsetzung des Projektes „ReBOx – Regionale Berufsorientierung ermöglichen“ und welcher Mehrwert konnte an der Pilotschule für die Schülerinnen und Schüler erkannt werden? Diese und weitere Fragen werden mit den Expert/innen in der anschließenden Publikumsdiskussion erörtert.

Reinhard Bauer ist Leiter des Instituts für Berufsbildung an der Pädagogischen Hochschule in Wien und ist Hochschulprofessor für Unterrichtswissenschaften mit Schwerpunkt auf didaktischem Design. Seine Arbeits- und Themenfelder umfassen u.a. didaktische Entwurfsmuster, ePortfolio und eEducation.

Andrea Kohlert ist Schulleiterin der Mittelschule Lanzenkirchen und setzt die Berufsorientierung schwerpunktmäßig an ihrer Schule um.

Margit Pichler ist Mitarbeiterin im Zentrum Berufspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Baden. Sie ist Expertin der nationalen ibobb-Strategie des Bildungsministeriums, aus dieser Expertise heraus für die Begleitung, Beratung  und Evaluierung verschiedener Berufsorientierungsprojekte auf nationaler und internationaler Ebene im Einsatz.

Elke Szalai ist Unternehmerin und Landschaftsplanerin, Lehrende an der Virtuellen Pädagogischen Hochschule, Pädagogischen Hochschule Niederösterreich, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Burgenland, Universität Wien und Universität Klagenfurt. Sie ist Expertin für Wissensmanagement und eLearning und initiiert, leitet und begleitet nationale und internationale Schulprojekte zu Berufsorientierung, green mobility oder Sustainable Development Goals.