Der verschriftlichte Unterrichtsentwurf wird in einem Raster abgebildet, der in der Regel folgende Struktur aufweist und im Umfang von der Erfahrung und Vorlieben der Lehrperson variiert.
Zeit | Phasen | Handlungen der Lehrenden & Lernenden | Sozial-/Gesprächsformen | Medien Material |
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Ein schriftlicher Unterrichtswurf kostet zugegeben Zeit und Mühe, ist aber ein wertvolles und unabdingbares Instrument einer professionellen Unterrichtsarbeit. Er …
Bereits im Unterrichtsentwurf gilt es abzuklären „wer meine Mitreisenden“ – meine Schüler*innen sind. Schon beim ersten Betreten des Klassenraumes wird sie sichtbar werden: Die Vielfalt, die zu einer zufälligen Klassen-Gemeinschaft zusammengewürfelt wurde. Unterschiedliche Geschlechter, Altersausprägungen, Herkunftsländer & dazugehörige Sprachen, verschiedene Entwicklungsstände sind nur die markantesten Merkmale, die in Ihren Klassen vertreten sein werden. Sie alle zusammen machen die Besonderheit einer Klasse aus, das auch in der Planung schon das eine oder andere adaptierte Herangehen erforderlich machen kann. Heterogenität prägt den Schulalltag und kann als Ressource dienen oder zumindest als Normalität gesehen werden.
„Um eine Passung zwischen Schüler/innen, Lernaufgabe und Lernweg herstellen zu können, gilt es daher zunächst, die unterschiedlichen Voraussetzungen zu erkennen, zu beschreiben und auf dieser Grundlage Lehr-Lernprozesse zu planen.“ (Esslinger-Hinz 2013, S. 57)
Eine gezielte Lerngruppenanalyse ist also unabdingbar. Diese sollte folgende personellen Voraussetzungen einbeziehen:
Ebenso zu klären sind die räumlichen Voraussetzungen:
Unverzichtbar bei der Planung von Unterricht ist
Die erwähnten Themenräume bieten evidenzbasierte Informationen, Werkzeuge, Praxisbeispiele und vertiefende Literatur.
Analyse und Reflexion haben das Ziel nach der Auswertung des Lernprozesses auf Ebene der Schüler*innen den Unterricht an deren Lernstand anzupassen. Gleichzeitig sollten auch Lehrpersonen stets angehalten sein, ihren Unterricht nachbereitend zu reflektieren und so kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Analyse und Reflexion sollen zeitnah (z.B. auch unter zur Hilfenahme eines Tagebuchs) und immer wieder auch im Austausch mit Kolleg*innen (z.B. im Rahmen von wechselseitigen Hospitationen) stattfinden. Diese Reflexion soll anhand von Qualitätsmerkmalen guten Unterrichts und/oder entlang spezifischer Leitfragen geschehen. Solche können lauten:
Stärken
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Herausforderungen
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Überraschungen
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Rückmeldungen
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Erklärungen
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Entwicklungsaufgaben
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Entwicklungsschritte
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Unterricht
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Rückwärtiges Lerndesign & der Pfad „WEG FREI“.
Für mittelfristige Planungszeiträume von mehreren Stunden eignet sich das Rückwärtige Lerndesign besonders gut als Planungsunterstützung. Es legt den Fokus auf das WAS des Unterrichts, weniger jedoch auf das WIE. Unterrichtsvorgänge werden hierbei „vom Ende her gedacht“, indem eingangs Kernfragen und Kernideen formuliert werden, auf deren Basis Ziele auf den Dimensionen Wissen, Verstehen, Tun-Können abgeleitet werden. Im Gegensatz zu Stundenentwürfen für ein oder zwei Einheiten, weist ein Rückwärtiges Lerndesign keinerlei methodisches Vorgehen bzw. keine kleinschrittige zeitliche Taktung aus. Charakteristisch für Rückwärtiges Lerndesign ist die Formulierung von authentischen Lernaufgaben und das Mitdenken von Beurteilungsmöglichkeiten am Ende der Lernsequenz.
Es sollten grundsätzlich Unterrichtsstunden geplant werden, die um die zentralen Inhalte organisiert sind. Das Verständnis der Schüler*innen soll konstant überprüft und der Unterricht entsprechend modifiziert werden. Schließlich brauchen Schüler*innen laufend konstruktive Rückmeldungen, damit das Verständnis vertieft und die Qualität ihrer Denk- und Arbeitsprozesse optimiert wird. So können Schüler*innen selbst auf ihre Fortschritte achten und für ihr Lernen Verantwortung übernehmen.
WEG FREI – ein „Fragenkatalog“ unterstützt dabei, das Wesentliche bei der Planung von Unterrichtsentwürfen zu berücksichtigen.
Phasenmodelle von Unterricht
Orientierung bei der konkreten Verlaufsplanung in zeitlich begrenzten Sequenzen von Unterricht können drei Phasen geben (vgl. Grunder et al. 2013, S. 38 ff):
KIOSK-Modell
Damit man beim Planen eines Lehr-Lernangebots auf nichts Wichtiges vergisst, hilft die Metapher vom Hausbau.
Fundament: lernfördernde Haltung
Das Fundament - eine lernfördernde Grundeinstellung - ist die Basis für gute Lehre. Denn etwa eine schüler*innenorientierte Gestaltung und ein wertschätzender Umgang miteinander sind für eine gute Lernatmosphäre unverzichtbar.
Grundgerüst: grundlegende didaktische Fragen
Wie ein Haus, braucht auch die Lehr-/Lernplanung ein Grundgerüst, d.h. Antworten auf grundlegende Fragen:
Aufbau: Aufgaben während des Lehr-Lernprozesses
Das Grundgerüst benötigt aber auch ein Aufbaumaterial, damit es hält. Dieses bezieht sich auf die Aufgaben und Rollen von Lehrenden in fünf grundlegenden Lehr-Lernsituationen, die in Summe als Akronym wiederum einen Kiosk ergeben.
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