Vom 11. bis 13. Mai 2026 fand in Kopenhagen die OIS RESEARCH CONFERENCE 2026 statt. Robert Kamper vom Department 1 für Bildungswissenschaften diskutierte als Vertreter der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) im Rahmen dieser Konferenz über die Rolle der Volksschulen in der Wissenschaftskommunikation im Rahmen des Sparkling-Science-Projektes “Es wird einmal ...”. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (bmb) sowie von der Österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) gefördert.
Schwerpunkt der diesjährigen Forschungskonferenz in Kopenhagen war das Verhältnis von Wissenschaft und Politik: Wie kann eine Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen, Forschungsstätten und Wirtschaft Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen? Kann das Vertrauen der Menschen in die Wissenschaft durch enge Zusammenarbeit gefördert werden? Offenbar wandeln sich die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Politik. Wie können hier Offenheit und Kooperation helfen, verlässliches Wissen für demokratische Entscheidungen bereitzustellen - wo liegen Risiken und Grenzen?
Blickt man nach der OIS-Konferenz von Kopenhagen auf das von 2022 bis 2024 von der PH NÖ (TRF) geleitete Projekt „Es wird einmal…“ zurück, wird besser verständlich, wie Wissenschaft, schulische Praxis, politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Beteiligung zusammenwirken konnten.
Es ist nun deutlich erkennbar, wie richtig der Zugang war, dass Wissenschaft nicht nur im abgeschlossenen Forschungsraum stattfindet. Wenn Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen, Hochschulen, Universitäten, Forschungspartner und weitere Partner aus der Wirtschaft gemeinsam an Themen zu Wertstoffen, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Zukunftserzählungen arbeiten, kann ein Raum entstehen, in dem Forschung, Bildung und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbunden werden.
Gerade Sparkling Science Projekte stehen für eine offene Form von Wissenschaft: Junge Menschen werden nicht nur als Zielgruppe von Bildungsmaßnahmen gesehen, sondern als aktive Beteiligte an Forschungs- und Entwicklungsprozessen. Das Projekt hat gezeigt, wie Offenheit und Zusammenarbeit dazu beitragen können, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlicher, relevanter und gesellschaftlich anschlussfähiger zu machen.
Für die PH NÖ ist dabei wichtig, dass derartige Projekte eine Brücke zwischen Wissenschaft und Schule bauen. Schulen werden nicht nur als Orte der Wissensvermittlung verstanden, sondern auch als Orte, an denen gesellschaftliche Fragen bearbeitet werden können. Wenn Kinder Geschichten über Wertstoffe, Ressourcen und Zukunft entwerfen, setzen sie sich mit ökologischen, sozialen und politischen Fragen auseinander. Dadurch wird Wissenschaft demokratischer erfahrbar: Sie wird nicht nur von Expert*innen erklärt, sondern gemeinsam erkundet, befragt und gestaltet.
Solche Projekte machen außerdem sichtbar, dass politische und gesellschaftliche Entscheidungen auf verlässliches Wissen angewiesen sind. Fragen der Nachhaltigkeit, der Ressourcennutzung und der Kreislaufwirtschaft betreffen nicht nur Forschung und Industrie, sondern auch Alltag, Schule, Gemeinden und zukünftige Generationen. „Es wird einmal …“ kann als Beispiel dafür gelesen werden, wie wissenschaftliche Themen so aufbereitet werden, dass Bürger*innen und besonders junge Menschen Zugang dazu finden und eigene Perspektiven einbringen können.
Gleichzeitig verweist das Projekt auf zentrale Herausforderungen, die auch im Konferenzkontext angesprochen werden. Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Schule, Politik und Gesellschaft braucht klare Rollen, transparente Prozesse und nachvollziehbare Ziele. Es muss erkennbar bleiben, wer forscht, wer entscheidet, wer beteiligt wird und wie Ergebnisse genutzt werden. Gerade dadurch kann Vertrauen entstehen.
Das Projekt zeigt, wie in der Verbindung von Wissenschaft, Schule und gesellschaftlicher Praxis Forschungsprozesse entstehen, die Wissen nicht nur vermitteln, sondern wirksam machen.
Die am Sparkling-Science-Projekt der PH NÖ (TRF) beteiligten Forschungs-Partnerschulen:
VS Bad Fischau-Brunn
Leitung: VD Susanne Dutter
(Wertstoff-Fokus: Kiesabbau)
VS Drosendorf-Zissersdorf
Leitung: VD Beatrix Hengstberger
(Wertstoff-Fokus: Grafitabbau)
VS Grünbach am Schneeberg
Leitung: VD Petra Hauser-Luef
(Wertstoff-Fokus: Historischer Steinkohlenabbau)
VS Hohe Wand – Stollhof
Leitung: VD Elisabeth Ecker
(Wertstoff-Fokus: Historische Holzkohle im Naturpark)
VS Sankt Valentin – Hauptplatz
Leitung: VD Rita Aichholzer
(Wertstoff-Fokus: Kunststoff)
VS Weikersdorf am Steinfelde
Leitung: VD Elisabeth Ecker
(Wertstoff-Fokus: Marmor)
Die wissenschaftlichen Kooperationspartner
Institute of Design Research Vienna
Dr. phil. habil. Mag. art. Harald Gründl (hg@idrv.org)
Ronja Grossar MA (rg@idrv.org)
Sophia Guggenberger BA MA (sg@idrv.org)
Ludwig Boltzmann Gesellschaft – Open Innovation in Science Center
Dr. Dorothea Born (dorothea.born@lbg.ac.at)
Montanuniversität Leoben
Mag. Julia Mayerhofer-Lillie
Öffentlichkeitsarbeit / Public Relations (julia.mayerhofer-lillie@unileoben.ac.at)