Was die Zukünftebildung zur Friedens- und Konfliktforschung beitragen kann
Kann Friedens- und Konfliktforschung in Zeiten der multiplen Krisen Handlungswege und Perspektiven aufzeigen? Zu diesen aktuellen Themen diskutierte Alice Senarclens De Grancy von der Tageszeitung „Die Presse“ in der aktuellen Ausgabe der „Science Lounge“ mit Viktorija Ratković, Carmen Sippl und Maximilian Lakitsch.
Viktorija Ratković forscht an der Universität Klagenfurt in den Bereichen Friedensbildung, Diversitätskompetenz und Chancengerechtigkeit. Sie mahnt mit Nachdruck, die Friedenslogik, nicht die Kriegslogik in Sprechen und Denken zu üben. Maximilian Lakitsch forscht an der Universität Graz über die Bedingungen, die internationale Friedensmissionen mehr oder weniger erfolgreich machen. Es gilt, die Ökologie des Friedens zu beachten und dabei lokale Communities ebenso wie nicht-menschliche Faktoren mit einzubeziehen. In diesem Verständnis ist etwa Klimapolitik auch Friedenspolitik.
Carmen Sippl vom UNESCO Chair in Learning and Teaching Futures Literacy in the Anthropocene an der PH Niederösterreich brachte in der Diskussionsrunde „Science Lounge“ die Perspektive der Zukünftebildung ein. Denn Vielfalt in den Vorstellungen von Zukunft wertzuschätzen und die eigene Selbstwirksamkeit zu stärken, sind zentrale Voraussetzungen für eine Kultur des Friedens. Transformative Bildung, wie sie etwa die UNESCO-Empfehlung zu Bildung für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung definiert, macht Lernräume zu Resonanzräumen, in denen Lernende Handlungsoptionen für positive Zukunftsgestaltung in ihrem Lebensumfeld, in der Gesellschaft und weltweit erkunden können.