Wie lassen sich frei zugängliche Online-Kurse in eine Lehrveranstaltung integrieren, dass sie nicht bloß zusätzliches Lernmaterial darstellen, sondern eine konkrete Funktion im Lernprozess übernehmen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Monika Hofer-Rybar, Lehrende an der PH NÖ, im Rahmen des iMooX-Fellowships 2026/27. Beim MOOC-Gipfel 2026 in Graz gab sie Einblick in die Umsetzung im Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich.
iMooX ist eine österreichische Plattform für frei zugängliche Online-Kurse, sogenannte Massive Open Online Courses (MOOCs). Das iMooX-Fellowship bietet Lehrenden die Möglichkeit, bestehende MOOCs oder einzelne Elemente daraus in der eigenen Hochschullehre einzusetzen und deren didaktische Integration weiterzuentwickeln.
Für das Modul „Wissenschaftliches Arbeiten“ hat Monika Hofer-Rybar dafür zwei unterschiedliche Wege der MOOC-Integration entwickelt. Im Seminar „Wissenschaftliches Schreiben“ wird ein gesamter iMooX-Kurs in das Lerndesign integriert, durch eigene Arbeitsaufträge ergänzt und mit den synchronen Lehrveranstaltungsphasen verzahnt. Im Seminar „Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens“ werden hingegen gezielt einzelne MOOC-Inhalte und Lernvideos ausgewählt. Sie dienen dazu, Grundlagen selbstständig zu erarbeiten, bereits behandelte Inhalte zu wiederholen und zu verdichten oder weiterführende Lernaktivitäten – etwa Peer-Feedback – vorzubereiten.
Im Zentrum des Lerndesigns steht damit nicht die Frage, wie viele Lernressourcen eines MOOCs eingesetzt werden, sondern welche didaktische Funktion ein MOOC oder ein einzelnes MOOC-Element im jeweiligen Lernprozess übernimmt. Selbstlernphasen, Moodle-Aktivitäten und synchrone Lehrveranstaltungsphasen werden so miteinander verbunden, dass die gemeinsame Lehrzeit verstärkt für Anwendung, Austausch, Feedback und Transfer genutzt werden kann.
Der MOOC-Gipfel 2026 brachte am 10. September 2026 in Graz Partnerinstitutionen, MOOC-Ersteller*innen und MOOC-Nutzer*innen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, aktuelle Entwicklungen rund um iMooX zu diskutieren und gemeinsam neue MOOC-Ideen weiterzuentwickeln. Unter dem Motto #WeareiMooX standen dabei Vernetzung, Zusammenarbeit und die Weiterentwicklung der iMooX-Community im Mittelpunkt.
Im weiteren Verlauf des Fellowships werden die beiden Formen der MOOC-Integration im Studienjahr 2026/27 in der Lehre erprobt, reflektiert und weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei ein zentraler didaktischer Gedanke: Nicht der MOOC bestimmt das Lerndesign – das Lerndesign bestimmt, welche Funktion der MOOC innerhalb einer Lehrveranstaltung einnimmt.