Die wachsende Partnerschaft zwischen Edu-Campus Concordia in Rumänien und der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich zeigt, wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu einem wertvollen Impuls für professionelles Lernen und Schulentwicklung werden kann.
Die jüngste Fortbildung, die am 2. September 2026 am Edu-Campus stattfand, führte mehrere Stränge der bisherigen Kooperation zusammen. Schwerpunkte bildeten dabei die Themen Teamteaching und Differenzierung sowie Classroom Management und schüler*innenzentrierter Unterricht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie durch gemeinsame Planung, klare Strukturen und gezielte Differenzierung unterschiedliche Lernbedürfnisse berücksichtigt und gleichzeitig Selbstorganisation, Verantwortung und aktive Beteiligung der Schüler*innen gestärkt werden können. Praktische Übungen und Technik-Trainings boten Gelegenheit, konkrete Ansätze selbst zu erproben und hinsichtlich ihrer Umsetzung im eigenen Unterricht zu reflektieren.
Im Mittelpunkt des vierten Teacher Trainings stand die Frage, wie Teamteaching gelingen kann. Im Rahmen eines How to Teamteach setzten sich die Lehrpersonen bereits im Vorfeld mit dem eigenen Standpunkt, individuellen Bedürfnissen, Stärken und Vorstellungen von gelingender Zusammenarbeit auseinander. Während der Fortbildung wurden die unterschiedlichen Perspektiven im Team ausgetauscht, Gemeinsamkeiten und Unterschiede reflektiert und daraus gemeinsame Vereinbarungen für die Zusammenarbeit entwickelt. Eine zentrale Frage war dabei, wie geteilte Verantwortung und die unterschiedlichen Stärken zweier Lehrpersonen gezielt genutzt werden können, um Kinder individueller in ihren Lernprozessen zu begleiten.
Ein besonderer Fokus lag auf einem Perspektivenwechsel in der Differenzierung: Entscheidend ist dabei, einen gemeinsamen Lerngegenstand so zu gestalten, dass unterschiedliche Zugänge zum Lernen möglich werden. Die passende Fragestellung kann dabei verschiedene Türen zum Lernen öffnen und Kinder auf ihrem jeweiligen Lernweg unterstützen.
Darüber hinaus wurden Classroom Management, Selbstorganisation und schüler*innenzentrierter Unterricht in den Blick genommen. Gemeinsam wurde der Frage nachgegangen, wie klare Strukturen und verlässliche Routinen Sicherheit geben und gleichzeitig Freiräume für Selbstständigkeit und Eigenverantwortung schaffen können. Konkrete Strategien zur Aktivierung von Schüler*innen, zur Unterstützung unterschiedlicher Lernbedürfnisse und zur stärkeren Beteiligung der Kinder am eigenen Lernprozess wurden erarbeitet und erprobt.
Ein wesentliches Prinzip zog sich dabei durch die gesamte Fortbildung: Gelingender Unterricht sollte im Rahmen der Fortbildung nicht nur thematisiert, sondern auch erlebbar gemacht werden. Kooperative Lernformen, differenzierende Fragestellungen, Reflexionsphasen, praktische Übungen und das gemeinsame Erproben konkreter Techniken ermöglichten es den Teilnehmer*innen, Methoden selbst aus der Perspektive der Lernenden zu erfahren und anschließend über deren Einsatz im eigenen Unterricht nachzudenken.
Die Wirkung der Partnerschaft geht damit über einzelne Methoden und Unterrichtsstrategien hinaus. Die kontinuierliche Zusammenarbeit schafft für die beteiligten Lehrpersonen einen Raum, in dem bestehende Praxis hinterfragt, neue Zugänge ausprobiert und Erfahrungen offen miteinander geteilt werden können.
Im Zentrum aller Überlegungen stehen dabei stets die Schüler*innen. Differenzierte Lernangebote, gezielt eingesetztes Teamteaching, unterstützende Strukturen und mehr Möglichkeiten zur Selbstorganisation können dazu beitragen, dass Kinder zunehmend Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen.