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Entdecken wurde zum Erlebnis

Vier Tage, 95 Schüler*innen und eine Hochschule voller Ideen: Bei der SommerHOCHschule 2026 wurde geforscht, getüftelt, gestaltet, gefilmt, getanzt und gemeinsam Neues erprobt. Die Kinder und Jugendlichen verwirklichten eigene Ideen, stellten sich neuen Herausforderungen und entdeckten dabei Interessen und Fähigkeiten, die weit über die einzelnen Workshops hinausreichen.

Von 17. bis 20. August 2026 fand die SommerHOCHschule an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) in Kooperation mit der Stadt Baden bereits zum achten Mal statt. Das Programm für Schülerinnen und Schüler der 4. bis 8. Schulstufe brachte unterschiedliche Zugänge zum Lernen zusammen: Digitale Technologien und Medien trafen auf Kunst und Handwerk, Naturwissenschaft auf Bewegung und Teamgeist. Das vielfältige Angebot gab den Kindern und Jugendlichen Raum, eigenen Interessen nachzugehen, ihre Fähigkeiten einzubringen sowie Begabungen und Talente zu entdecken und weiterzuentwickeln. Gemeinsames Lernen, Inklusion, humanitäre Bildung und verantwortungsvolles Handeln setzten dabei wichtige Akzente.
Gestaltet wurde das vielfältige Angebot von Lehrenden und Studierenden der PH NÖ gemeinsam mit bewährten Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern. Dazu zählten unter anderem das Technische Museum Wien mit dem roadLAB, die Hobby Lobby Niederösterreich, die Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften sowie Organisationen aus dem Rettungswesen.

Wo Bildideen und Lieblingsrezepte Gestalt annehmen

Im Workshop „Die Fotografie der Zukunft“ stand die Frage im Zentrum, wie Künstliche Intelligenz die Fotografie und unser Verständnis von Bildern verändert. Aus Textbeschreibungen entstanden mithilfe digitaler Werkzeuge individuelle Bildwelten. Sprache, Vorstellungskraft und moderne Technologie verbanden sich dabei zu neuen Formen fotografischer Gestaltung.
Persönliche Lieblingsrezepte bildeten im Workshop „Unser eigenes Kochbuch – Designen mit Canva“ den Ausgangspunkt eines gemeinsamen Gestaltungsprojekts: Aus Texten, Bildern und Farben entstanden individuell entworfene Kochbuchseiten und schließlich ein digitales Gesamtwerk, das kulinarische Vielfalt sichtbar machte.
Wie sehr Bilder unsere Wahrnehmung prägen können, rückte „Fake oder echt? – Dein Blick hinter die Kamera!“ in den Fokus. Die Kinder und Jugendlichen entwickelten eigene Filmideen, experimentierten mit Fototechniken und produzierten Kurzfilme. Zugleich gingen sie der Frage nach, wie Bilder inszeniert oder manipuliert werden, welchen Einfluss KI auf Fotos und Videos hat und woran sich glaubwürdige Inhalte erkennen lassen. Eigenes Gestalten verband sich so mit einem kritischen Blick auf digitale Medien.
Im Workshop „Film ab! Das Greenscreen-Studio: Deine Story vor der Kamera“ wechselten die Schülerinnen und Schüler selbst in die Rolle von Medienproduzentinnen und Medienproduzenten. Mit Greenscreen und Canva produzierten sie eigene Videos – von Sketches bis zu Nachrichtensendungen. Unterschiedliche Rollen, Hintergründe, Effekte und Ton zeigten, wie aus einer ersten Idee Schritt für Schritt eine mediale Inszenierung wird.

Vom Entwurf zum eigenen Werkstück

Im Workshop „Nichts ist unmöglich – Einstieg ins Making: roadLAB“ standen Tüfteln, Experimentieren und digitale Fertigung im Mittelpunkt. Die mobile Werkstatt des Technischen Museums Wien eröffnete den Schülerinnen und Schülern praxisnahe Einblicke in moderne Produktionstechniken. Vorstellungskraft, Ausdauer und die Bereitschaft, einen Entwurf neu zu denken, prägten den Weg von der ersten Idee bis zur konkreten Umsetzung: Mit zeitgemäßen Werkzeugen setzten sie eigene Entwürfe um und erlebten Technik als Mittel kreativer Gestaltung.
Auch bei „Färben und Drucken“ führte der Weg von der eigenen Vorstellung zum individuellen Ergebnis. Mit unterschiedlichen Methoden gestalteten die Kinder und Jugendlichen Textilien und verwandelten auch mitgebrachte T-Shirts in persönliche Einzelstücke. An der Nähmaschine fertigten sie kleine Werkstücke für den Alltag. Mit dem Nähmaschinen-Führerschein konnten die Schülerinnen und Schüler zugleich zeigen, welche Fertigkeiten sie im Umgang mit dem Gerät erworben hatten.

Zukunft denken, Fantasie entfalten

Eine weitere Form nahm das Gestalten bei „Denke deine Zukunft kreativ“ an. Mit Ton und Modelliermasse übersetzten die Schülerinnen und Schüler eigene Ideen, Träume und Zukunftsvisionen in dreidimensionale Figuren, Orte, Erfindungen und kleine Welten. Eine gemeinsame Ausstellung führte die unterschiedlichen Vorstellungen davon zusammen, wie Zukunft aussehen könnte.
Überraschende Ergebnisse brachte auch „Erfinde dein eigenes Gesicht! – Dein Picasso-Workshop“ hervor. Hier entschied der Würfel mit, welche Augen, Nasen und Münder sich Schritt für Schritt zu individuellen Porträts zusammensetzten. Ohne festgelegtes „richtig“ oder „falsch“ eröffneten Zufall und Fantasie neue gestalterische Möglichkeiten.

Wenn Geschichten lebendig werden

Im Workshop „Kopfkino“ wurden Bilder, die beim Lesen zunächst in der eigenen Vorstellung entstehen, auf die Bühne gebracht. Mithilfe von Schauspiel ließen die Kinder und Jugendlichen Lieblingsgeschichten lebendig werden. Aus Lesen und Vorstellen wurde Darstellen – und aus individuellen inneren Bildern ein gemeinsames Bühnenerlebnis.

Forschen beginnt mit Fragen

Knobeln, rätseln und experimentieren hieß es bei „Entdecke die Welt der Naturwissenschaft!“. Die Kinder und Jugendlichen schlüpften selbst in die Rolle von Forschenden. Der Knobelwürfel, eine mysteriöse Röhre, „Tricky Tracks“ und das Rätsel des Dinosauriers stellten sie vor Aufgaben, bei denen genaues Beobachten, logisches Denken und gemeinsames Suchen nach Lösungen gefragt waren.
Dabei zählte nicht nur die richtige Antwort. Fragen stellen, Vermutungen entwickeln, ausprobieren und Zusammenhänge erkennen machten nachvollziehbar, wie naturwissenschaftliches Arbeiten funktioniert – und dass Forschen oft mit einer guten Frage beginnt.

Bewegung, die verbindet

Bei „Gemeinsam Aktiv – Bewegungsspiele“ probierten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Bewegungs- und Gruppenspiele aus und entwickelten eigene Spielideen. Gemeinsam überlegten sie, welche Regeln es braucht, damit Spiele gelingen, Freude machen und alle mitmachen können.
Beim „Bewegten Lernen“ verwandelte sich der Turnsaal in eine vielseitige Bewegungslandschaft. Geschicklichkeitsparcours, kreative Bewegungsstationen und Zirkusmaterialien forderten Balance, Koordination und Geschicklichkeit. Knifflige Denkaufgaben sorgten zugleich dafür, dass neben dem Körper auch der Kopf in Bewegung blieb.
Besonders vielfältige Möglichkeiten eröffnete das „Hobbyfestival powered by Hobby Lobby“. Volleyball, Basketball und Fußball trafen auf Boxen und Tanzen, Textilwerkstatt und Street Art auf Programmieren und Robotik. Auch sprechende Plakate konnten entwickelt werden. Die Bandbreite lud dazu ein, Unbekanntes auszuprobieren, eigenen Interessen nachzugehen, vorhandene Fähigkeiten einzubringen und neue Begabungen und Talente zu entdecken.

Im Ernstfall richtig handeln

Im Workshop „Caring First Aid & FIT4Reanimation“ erfuhren die Schülerinnen und Schüler, worauf es im Ernstfall ankommt. Sie überprüften ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse, übten lebensrettende Sofortmaßnahmen und trainierten die Reanimation. Konkrete, inszenierte Situationen zeigten, wie Erste Hilfe auch im schulischen Alltag angewendet werden kann.
Einblicke in einen Rettungswagen, das Jugendrotkreuz und die humanitäre Bildung ergänzten die praktischen Übungen. Neben der Sicherheit im Umgang mit Notfallsituationen stärkte der Workshop Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, im entscheidenden Augenblick richtig zu handeln. Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft wurden dabei nicht abstrakt vermittelt, sondern durch eigenes Handeln konkret.
Auch „Talking Hands“ rückte das Miteinander in den Mittelpunkt. Spielerisch lernten die Kinder und Jugendlichen Grundlagen der Österreichischen Gebärdensprache (ÖGS) kennen. Begrüßungen, Gefühle und Botschaften zeigten, wie viel Kommunikation ohne gesprochene Worte möglich ist. Zugleich sensibilisierte der Workshop für barrierefreie Kommunikation und Inklusion – und damit für die Frage, wie Verständigung und Teilhabe für alle gelingen können.

Erfahrungen, die weitertragen

Beim Workshop „Dance and Moves zu ‚Tanzschein‘“ traf Bewegung auf Kreativität und Teamgeist. Unterschiedliche Tanzstile, eigene Impulse und gemeinsam erprobte Bewegungsfolgen fügten sich nach und nach zu einer Choreografie. Streetdance, Hip-Hop und weitere Tanzstile eröffneten neue Ausdrucksmöglichkeiten und zeigten zugleich, wie gemeinsamer Rhythmus verbindet.
Am Ende der SommerHOCHschule standen zahlreiche Ergebnisse: Werkstücke und Zukunftsobjekte, Bilder und Filme, textile Arbeiten und ein gemeinsames Kochbuch. Ebenso wertvoll waren jedoch jene Erfahrungen, die sich nicht ausstellen oder mit nach Hause nehmen lassen.
Die Kinder und Jugendlichen stellten Fragen, suchten eigene Lösungen, probierten Unbekanntes aus und entwickelten Ideen gemeinsam weiter. Sie konnten eigenen Interessen nachgehen, ihre Fähigkeiten erproben und einbringen sowie Begabungen und Talente entdecken und weiterentwickeln. Dabei erlebten sie, wie unterschiedliche Zugänge, Stärken und Perspektiven das gemeinsame Lernen bereichern. Zugleich erfuhren sie, dass Lernen auch bedeutet, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen.

Vier Tage lang verband die SommerHOCHschule unterschiedliche Formen des Lernens: digital und analog, kreativ und forschend, bewegt und konzentriert, individuell und gemeinsam. Die Schülerinnen und Schüler nahmen dabei nicht nur Wissen und praktische Fertigkeiten mit, sondern auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, neue Perspektiven und gemeinsame Erlebnisse.
So wurde aus Neugier eigenes Tun, aus Ideen etwas Eigenes – und aus dem Entdecken ein Erlebnis, das über diese vier Tage hinausreicht.

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19. August 2026 | PH NÖ