Mit großer Begeisterung ging die vierte Hollabrunner Kinderuni in der Alten Hofmühle zu Ende. Unter dem diesjährigen Motto „Demokratiebildung – Hollabrunn, eine Stadt mit Zukunft“ verbrachten 59 Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren vier abwechslungsreiche Tage voller Forschung, Kreativität und spannender Entdeckungen.
Eva-Maria Atzler zeichnete hier wieder einmal mehr für die Planung wissenschaftlicher Inhalte zu einem zukunftsgewandten Thema, welche durch die hohe Expertise der Vortragenden kindgerecht vermittelt wurden. Für die Pädagogische Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) übernahmen Sabine Sperk und Babette Lughammer die pädagogische Leitung, unterstützt von engagierten Lehramtsstudierenden des Campus Baden und Hollabrunn.
Gemeinsam mit Vortragenden aus unterschiedlichen Bildungs- und Forschungseinrichtungen, darunter dem IMC Krems, der PH NÖ und der BOKU Wien, dem WasserCluster Lunz, dem Museum vor Ort sowie vielen weiteren Fachexpert*innen erlebten die Kinder ein vielfältiges Programm. Wissenschaft, Technik, Geschichte, Demokratiebildung, Natur und Kreativität wurden dabei auf spielerische und altersgerechte Weise miteinander verbunden, um einen Blick in die Zukunft der Stadt Hollabrunn richten zu können. Die historische Kulisse der Alten Hofmühle bot dafür einen besonderen Rahmen.
Der Beginn stand ganz im Zeichen von Demokratie und Zukunftstechnologien. Gestartet wurde wie gewohnt mit einer Vorlesung. Dabei wurden die jungen Forscher*innen von Sabine Sperk und Babette Lughammer auf eine Reise in die Zukunft mitgenommen. Durch spannende Einblicke in unterschiedliche Städte wie Shanghai, London, New York, Entenhausen, Gotham City und die notwendigen Aufgaben, die die Verwaltung für ein gelingendes Miteinander erfordern, wurde den zukünftigen Stadtplaner*innen ihre verantwortungsvolle Aufgabe, Planung und Bau eines Stadtmodells der Zukunft, schnell bewusst. Spielerisch setzten sich die Kinder mit Mitbestimmung, Gemeinschaft und demokratischen Werten auseinander. Demokratie wurde dabei nicht nur besprochen, sondern durch gemeinsames Entscheiden, Diskutieren und kreatives Gestalten unmittelbar erfahrbar gemacht. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Hollabrunn als Stadt der Zukunft aussehen könnte und ein demokratisches, wie auch nachhaltiges Zusammenleben gedacht werden kann. Dazu erhielten die Kinder im Rahmen eines 3D-Druck-Workshops Einblicke in moderne Zukunftstechnologien. Sie erlebten, wie aus digitalen Entwürfen Schritt für Schritt greifbare Objekte entstehen. Dabei wurden Kreativität, technisches Verständnis und forschendes Lernen anschaulich miteinander verbunden.
Dienstags standen Kreativität, Kultur und regionale Geschichte im Mittelpunkt. An diesem Kreativtag gestalteten die Kinder mit viel Fantasie und handwerklichem Geschick beeindruckende Kunstwerke. Im Museum begaben sie sich auf eine Entdeckungsreise durch die Geschichte Hollabrunns und lernten historische Schätze ihrer Heimat kennen.
Der Mittwoch steht jedes Jahr im Fokus der Naturwissenschaft, welche dieses Mal sich den Themen Natur, Klima und Biodiversität widmete. Gemeinsam mit Magdalena Sorger, einer Expertin von Discover Ants erforschten die Kinder die faszinierende Welt der Ameisen. Dabei erfuhren sie Neues über das Zusammenleben der kleinen Insekten, ihre Bedeutung für Ökosysteme und die Vielfalt der Natur. Mit dem WasserCluster Lunz-Team rund um Eva Feldbacher beschäftigten sie sich zudem mit Wasser als Lebensgrundlage sowie mit den Auswirkungen des Klimawandels auf unsere Umwelt.
Am letzten Tag führte die Österreichische Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte die jungen Forscher*innen und Forscher durch die Welt der Archäologie. Spielerisch konnten die Kinder nachvollziehen, wie Menschen in vergangenen Zeiten zusammengelebt haben, Gesetze gedacht haben und welche Spuren sie dabei hinterlassen haben. Geschichte wurde dadurch lebendig und mit allen Sinnen erfahrbar. Der Blick in die Vergangenheit führte die Jungforscher*innen auf ihrer Reise in die Zukunft zu neuen Modellen, die sie in ihren Stadtplänen verwirklichen konnten. Wahlreden, Plakate uvm. wurden zur Bewerbung dieser neuen Stadtmodelle erdacht und in kreative Settings gesetzt.
Den feierlichen Abschluss der Hollabrunner Kinderuni bildete die Sponsionsfeier im Innenhof der Alten Hofmühle. Stolz präsentierten die Kinder ihren Familien die Ergebnisse ihrer abwechslungsreichen Kinderuni-Woche. Dabei wurden die Stadtmodelle der einzelnen Gruppen ganz genau unter die Lupe genommen, die Wahlplakate betrachtet und auch Bürgermeister KommR Ing. Alfred Babinsky ließ es sich nicht nehmen einen Blick mit den Kindern auf ein Hollabrunn der Zukunft zu werfen und den Kindern zum Abschluss der Kinderuni Hollabrunn feierlich die Urkunden zu überreichen.
Die Hollabrunner Kinderuni 2026 wurde durch die Unterstützung zahlreicher Partner ermöglicht. Gefördert wurde das Projekt vom OeAD, dem Land Niederösterreich, dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung sowie der Stadtgemeinde Hollabrunn. Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll, wie bedeutsam frühe Wissenschaftsvermittlung, Demokratiebildung und kreative Bildungsangebote sind. Zugleich wurde sichtbar, welchen Beitrag Hochschulen und Forschungseinrichtungen als Zukunftsnetzwerke leisten können, um wissenschaftliche Themen kindgerecht, praxisnah und zukunftsorientiert zu vermitteln.
kurier.at und meinbezirk.at berichteten ebenfalls.