Am Leopolditag, dem 15. November 2025, besuchte die Gruppe „Kinder erleben Raum und Zeit“ vom Campus Melk gemeinsam mit Margarethe Kainig-Huber das Haubiversum – Die Brot-Erlebniswelt in Petzenkirchen.
Schon zu Beginn wurde klar: Dies würde kein gewöhnlicher Ausflug. Nach gründlichem Händewaschen und dem Anlegen unserer Backschürzen begann die Reise in die Welt des Brotbackens. Im hauseigenen Kinosaal erwarteten uns zwei Filme – ein Promotionfilm für Erwachsene sowie ein spannender Animationsfilm für Kinder. Beide vermittelten anschaulich, welche Getreidesorten verarbeitet werden und dass zu einem wirklich guten Brot nicht nur hochwertige Zutaten, sondern vor allem die Liebe zum Bäckerhandwerk gehören.
Besonders beeindruckend waren die historischen Einblicke: Vom zufälligen Ursprung des Sauerteigs über die Weiterentwicklung des Bäckerhandwerks durch Ägypter und Römer bis hin zur Bedeutung der „Kaisermühlen“ in Wien, wo einst die kaiserlichen Mühlen vom Donauwasser angetrieben wurden. Ebenso lernten wir viel über die Geschichte der Familie Haubenberger – innovativ seit Generationen. Sie fuhren mit ihren Produkten zum Verkauf in ländliche Gebiete, sammelten alte bäuerliche Brotrezepte und entwickelten schließlich jene Methode, rohen Teig so vorzubereiten, dass er tiefgekühlt an Gastronomie und Handel geliefert und direkt vor Ort gebacken werden kann. An Spitzentagen entstehen heute mehr als eine Million solcher vorgegarter Produkte.
Diese besondere Exkursion ließ uns eintauchen in die Geschichte des Brotes, die Herkunft des Getreides und die Vielfalt der Berufe im Bäckerhandwerk. Und sie zeigte, wie aus einer kreativen Idee und einer engagierten Familie ein ganzes Haubiversum entstehen kann. Auch Brotklassiker wie Baguette, Kaisersemmel, Kipferl und Mohnweckerl wurden thematisiert. Das Maskottchen des Haubiversums, ein fröhlicher Hamster namens Anton Kornmeister, trägt übrigens einen Namen, der traditionell in der Familie Haubenberger weitergegeben wird.
Als der Film endete, geschah etwas Magisches: Die Leinwand verschwand wie von selbst und gab den Blick auf eine dampfende Backstube frei. Dort warteten bereits die vorbereiteten Teiglinge für unsere Mohnweckerl. Nach einer kurzen Erklärung durften wir selbst Hand anlegen und unsere Weckerl flechten – gar nicht so einfach! Zum Bestreuen standen Mohn und verschiedene Saaten bereit. Während Profis nur zwei Sekunden für ein Mohnweckerl benötigen, hatten wir zwar etwas länger zu tun, aber die Freude war groß.
Die anschließende Führung führte uns in die Geschichte des Unternehmens – sichtbar in Fotografien, Dokumenten und historischen Objekten. Wir erhielten Einblicke in alle Rohstoffe und den Weg des Brotes vom Teigling bis ins Körberl. Beim Gang durch die gläsernen Produktionsbereiche beobachteten wir moderne Maschinen in Aktion, unterstützt durch kurze Erklärvideos. Staunenswert: 60 Lehrlinge werden hier ausgebildet, und besonders Erfolgreiche erhalten sogar den Führerschein als Belohnung.
Entlang des gesamten Rundgangs gibt es liebevoll gestaltete Mitmachstationen für Kinder, die spielerisch Wissen vermitteln. Wir konnten unterschiedlichste Brotsorten verkosten, am Dampfl und an der Hefe riechen und Temperaturwechsel beim Gären, Backen und Kühlen am eigenen Körper erleben. Das markante Gebäude – der sogenannte Ährenturm – beherbergt unter anderem die Kinderbackstube, Büros und einen Seminarbereich.
Zum Abschluss gab es Süßes für alle und wir erfuhren vom sozialen Engagement der Firma, etwa im Rahmen der Kinder-Krebshilfe oder durch Lebensmittelspenden. Das Besondere am Haubiversum ist, dass hier Tradition, Handwerk und moderne Lebensmitteltechnologie nicht nebeneinanderstehen, sondern zu einem erlebbaren Ganzen verschmelzen – für Kinder ebenso wie für Erwachsene. Eine Exkursion, die Spuren hinterlässt – aus Mehl, Mut und einer Prise Staunen. Wo Lernen duftet, schmeckt und begeistert – das Haubiversum macht’s möglich.