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Wo Freizeit Bildungschancen eröffnet

Am Samstag, dem 3. Oktober 2026, startete der Hochschullehrgang Freizeitpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich mit einem festlichen und zugleich praxisnahen Welcome-Day in das neue Studienjahr. Rund 70 Studierende nahmen am Auftakt teil. Das anhaltend hohe Interesse zeigt, welchen Stellenwert qualifizierte Freizeitpädagogik inzwischen einnimmt. Denn dort, wo freie Zeit pädagogisch bewusst gestaltet wird, entstehen nicht nur Angebote. Es entstehen Möglichkeiten.

Begrüßt wurden die neuen Studierenden von der Leiterin des Instituts für Primarpädagogik, Monika Schopper, sowie von Hochschullehrgangsleiterin Marie-Christin Grohner. In ihren einleitenden Worten rückten sie die Bedeutung professionell gestalteter Freizeit für Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt.
Freizeitpädagogik beginnt dabei nicht erst mit einem Programm. Sie beginnt mit dem Blick auf das einzelne Kind: auf Interessen, Begabungen, Bedürfnisse und auf jene Freiräume, in denen Entwicklung möglich wird. Freizeitpädagoginnen und Freizeitpädagogen schaffen Orte für Begegnung und Gemeinschaft, für Kreativität, Bewegung und Erholung – und damit Erfahrungsräume, in denen Kinder und Jugendliche ausprobieren, entdecken und wachsen können.
Das große Interesse am Hochschullehrgang macht zugleich den Bedarf an fundiert ausgebildeten Fachkräften sichtbar. Freizeit ist weit mehr als jene Zeit, die nach Unterricht und Verpflichtungen übrigbleibt. Pädagogisch gestaltet, wird sie selbst zum Bildungsraum.

Freizeit, die Chancen schafft

Wie viel in einem solchen Bildungsraum entstehen kann, zeigte beim Welcome-Day die Hobby Lobby. Die 2018 in Wien gegründete Initiative ermöglicht Kindern und Jugendlichen kostenlose und niederschwellige Freizeitkurse – von Sport und Bewegung über Kreativität und Kunst bis zu Technik und Wissen.
Was mit sieben Kursen und rund 100 Jugendlichen in Wien-Favoriten begann, hat sich zu einem vielfach ausgezeichneten Konzept entwickelt, das mittlerweile an 15 Standorten in Österreich, Deutschland und Rumänien vertreten ist. Mehr als 650 ehrenamtliche Kursleitende haben sich bislang engagiert und dabei ihr Wissen, ihre Fähigkeiten und ihre Begeisterung für eine Sache weitergegeben.
Genau darin liegt eine besondere Stärke des Konzepts. Die Hobby Lobby verbindet Freizeitgestaltung mit non-formaler Bildung und sozialer Teilhabe. Kinder und Jugendliche können Interessen entdecken, Neues ausprobieren und Fähigkeiten entwickeln – unabhängig davon, welche finanziellen Möglichkeiten ihnen dafür sonst zur Verfügung stehen.

Wenn aus Theorie Erfahrung wird

Der Welcome-Day ließ diesen Praxisbezug auch darüber hinaus unmittelbar erleben. In Workshops und praktischen Einheiten erhielten die Studierenden erste Einblicke in zentrale Arbeitsfelder der Freizeitpädagogik, kamen miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen aus und konnten bereits zu Studienbeginn jene Gemeinschaft erleben, die sie später selbst für Kinder und Jugendliche mitgestalten werden. Er verband fachliche Orientierung mit Begegnung, praktischem Tun und ersten gemeinsamen Erfahrungen.

Für die Studierenden wurde damit bereits am Beginn ihrer Ausbildung konkret erfahrbar, was Freizeitpädagogik bewirken kann: Aus freier Zeit können Freiräume werden. Und aus Freiräumen neue Chancen. Wo Kinder Raum bekommen, sich auszuprobieren, wird aus Freizeit mehr als freie Zeit: ein Anfang. Für eine Fähigkeit. Manchmal sogar für einen neuen Weg.

3. Oktober 2026 | Weiterbildung | PH NÖ