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Was weiterwirkt: „Erasmus+ Stories: Teaching and Learning Abroad“

Ein Auslandsaufenthalt hat ein Anfangs- und ein Enddatum. Was er im Denken und im Alltag verändert, lässt sich nicht so einfach eingrenzen. Vom 12. bis 17. Oktober 2026 war am Campus Baden der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) die Porträtausstellung „Erasmus+ Stories: Teaching and Learning Abroad“ zu sehen. Im Rahmen der europaweiten Erasmus Days erzählten Studierende und Mitarbeitende von ihren Erfahrungen mit Erasmus+ – und davon, was sie aus anderen Ländern mit nach Hause genommen haben.

Was auf keinem Reiseplan steht

Dublin, Helsinki, Valencia, Göteborg, Málaga oder etwa Haarlem: Auf den Plakaten standen zunächst die Namen der Orte, die Dauer der Aufenthalte und die jeweiligen Gastinstitutionen. Daneben Fotografien: Menschen, Städte, Landschaften, Lernräume. Die persönlichen Texte gingen einen Schritt weiter. Sie erzählten vom Ankommen, vom Sich-Zurechtfinden, von unerwarteten Begegnungen und von Erfahrungen, deren Bedeutung sich manchmal erst mit der Zeit erschließt.

Die einzelnen Aufenthalte unterschieden sich in Dauer und Anlass: Auslandssemester, Praktika, Internationale Fortbildungen und Staff Weeks.
Auf einem der Poster war zu lesen: „Man muss sich nur trauen, ja zu sagen.“ Dieser Satz fasst etwas zusammen, das in vielen Beiträgen mitschwang: Am Anfang steht eine Entscheidung. Alles Weitere ergibt sich erst unterwegs. Nicht jede Erfahrung lässt sich planen, und nicht jeder erste Tag ist leicht. Gerade das gehört zu einem Aufenthalt im Ausland. Die Eindrücke waren auf großformatigen Porträtplakaten festgehalten. „Mein Aufenthalt“ bot die Orientierung, „Neue Perspektiven“ Raum für persönliche Beobachtungen. Unter „Was weiterwirkt“ ging es um Gedanken und Ideen, die über die Reise hinausreichen. Bei den noch bevorstehenden Auslandsaufenthalten trat die „Vorfreude“ an diese Stelle – mit Erwartungen an einen Weg, der erst beginnt.
„Die schönsten Erfahrungen entstehen manchmal außerhalb der Komfortzone, fernab vom perfekten Plan“, hieß es in einem anderen Text.
Nicht allein die geplanten Programmpunkte blieben in Erinnerung, sondern ebenso Gespräche, Begegnungen und jene kleinen Überraschungen, für die im Reiseplan oft keine eigene Zeile vorgesehen ist.

Mehr als eine Reiseerinnerung

Was bedeutet eine solche Erfahrung für die eigene Arbeit? Gerade diese Frage machte die Ausstellung für eine Pädagogische Hochschule interessant. In den Berichten war von neuen Unterrichtsideen, Active Learning, Storytelling und Sprachvermittlung ebenso die Rede wie von Inklusion, Bildungsgerechtigkeit und anderen Formen der Zusammenarbeit. Die Begegnung mit einem anderen Bildungssystem schärfte bisweilen auch den Blick auf das Vertraute. Ein besonders prägnanter Gedanke fand sich auf einem Plakat aus Málaga: „Was ich in der Welt entdecke, nehme ich mit in mein Klassenzimmer.“ Darin liegt ein wesentlicher Gedanke dieser Ausstellung. Internationale Mobilität endet nicht mit der Rückreise. Wer neue Lehr- und Lernformen kennenlernt, nimmt Fragen mit: Was könnte auch bei uns funktionieren? Was möchte ich ausprobieren? Und was sehe ich nach diesem Aufenthalt vielleicht anders als zuvor? Neben den Studierenden kamen Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen der Hochschule zu Wort. Die Beiträge reichten vom Job Shadowing an Schulen bis zum Austausch in Universitätsbibliotheken und bei internationalen Fortbildungen. Sie gaben Einblicke in andere Arbeitsweisen und sollten zugleich Kolleginnen und Kollegen dazu ermutigen, selbst die Möglichkeiten einer Erasmus+-Staff-Mobility zu nutzen.
Im Rahmen dieser Ausstellung hatten unterschiedliche Wege nebeneinander Platz: bereits Erlebtes und bevorstehende Aufenthalte, fachliche Anregungen und sehr persönliche Erinnerungen. Die einzelnen Porträts gaben den persönlichen Reiseerinnerungen Raum – jede mit einem anderen Ausgangspunkt und einem eigenen Verlauf.

In den Beiträgen wurde immer wieder die Bereitschaft spürbar, sich auf Neues einzulassen. Auf den Plakaten standen Orte, Namen und Zeiträume. Doch hinter diesen Angaben lagen Geschichten, die weit über die Reise hinausreichen: Erfahrungen, die den eigenen Blick verändern – und bleiben, wenn die Reise längst zu Ende ist.

17. Oktober 2026, Erstellt von Martina Raab | International | PH NÖ