Am 21. März fand an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich der jährliche Fortbildungstag Autismus mit dem Titel „Provokant? Verweigernd? Herausfordernd? Rätselhaft?“ statt.
Mit einem Koffer voller Bücher, Bilder und Materialien angereist, gestaltete Andreas Heimer mit norddeutschem Charme und didaktischem Geschick einen fachlich fundierten und abwechslungsreichen Fortbildungstag. Der Physiotherapeut und Dozent mit den Schwerpunkten Sensorische Integration und Autismus, erläuterte anhand des Basissinn-Konzepts® Wahrnehmungsbesonderheiten im Autismus-Spektrum. Dieses Konzept betont die Bedeutung der körpernahen Sinne – des Tastsinns, des Gleichgewichtssinns und der Tiefensensibilität – für Verhalten, Lernen und Selbstregulation. Mittels aktiver und selbsterfahrungsorientierter Zugänge erlebten die Teilnehmenden sensorische Prozesse am eigenen Körper, um ein vertieftes Verständnis für Wahrnehmungsbesonderheiten im Autismus-Spektrum zu entwickeln.
Die Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen Schularten mit Schüler*innen von der Schuleingangsphase und basaler Förderung bis zur HTL-Oberstufe und Hochbegabung, brachten ihre Erfahrungen und individuellen Fragestellungen ein. Über Selbsterfahrungsübungen wurde das Bewusstsein geschärft, wie Verhalten funktional aus individueller Reizverarbeitung hervorgehen und manche Handlungen, die als provokant, verweigernd, herausfordernd oder rätselhaft empfunden werden, als Strategien der Reizsuche oder -vermeidung verstanden werden können. Gemeinsam wurden konkrete pädagogische Handlungsmöglichkeiten erarbeitet.
Somit verband der Fortbildungstag wissenschaftliche Erkenntnisse zu Wahrnehmung und Sensorik sowie Verhalten mit praxisnaher Erfahrung und stärkte die professionelle Handlungssicherheit durch einen verstehenden und inklusiven Umgang mit Schüler*innen im Autismus-Spektrum.