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Mathematik digital gestalten: Lernen im Wandel

Am 23. Februar 2026 fand an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) der Tag der Mathematik 2026 statt. Im Mittelpunkt stand die Gestaltung mathematischen Denkens in einer digital geprägten Welt und dessen Bedeutung für Orientierung und verantwortungsvolles Handeln in einer komplexen Gegenwart.

Vizerektorin Edda Polz eröffnete die Veranstaltung mit einer Gegenüberstellung von Beständigkeit und Wandel. Mathematik als jahrtausendealte Wissenschaft treffe auf eine Digitalisierung, die Lebens- und Lernwelten in raschem Tempo verändere“, betonte sie. In ihren Ausführungen bezog sie sich auf ein Zitat, das häufig Aristoteles zugeschrieben wird: „Den Wind können wir nicht ändern, aber die Segel können wir setzen.“ Dies verdeutliche die Verantwortung von Lehrpersonen, Entwicklungen aktiv zu begleiten und Lernprozesse bewusst auszurichten, so Polz.

Mathematik als Metakompetenz

In ihrer Keynote thematisierte Raffaela Hofmann die Bedeutung mathematischen Denkens über den schulischen Kontext hinaus. Mathematik sei nicht auf Rechenverfahren zu reduzieren, sondern als grundlegende Fähigkeit zu verstehen. „Mathematik ist nicht nur ein Schulfach, sondern eine Fähigkeit, die Welt zu verstehen“, betonte sie. Anhand von Beispielen aus dem Alltag – etwa dem Einordnen statistischer Aussagen, dem Bewerten wirtschaftlicher Entwicklungen oder dem Abschätzen von Risiken – zeigte Hofmann, wie mathematisches Denken Orientierung geben kann. Im Zentrum stand die Fähigkeit, Komplexität zu strukturieren und Unsicherheit reflektiert zu begegnen. Ein zentrales Motiv des Vortrags war das Verständnis von Mathematik als Fähigkeit, die Orientierung in einer komplexen Welt ermöglicht: „Mathematik als Metakompetenz hilft die Welt zu strukturieren, Informationen zu bewerten, Unsicherheiten einzuordnen, Komplexität zu reduzieren.“

Praxisnahe und innovative Zugänge

Tagungsleiterin Sabine Apfler griff die Impulse der Keynote auf und betonte den bewussten, zielgerichteten Einsatz digitaler Medien im Unterricht. In ihrem Workshop „Stop-Motion-Videos als Zugang zu Sachaufgaben in der Primarstufe“ zeigte sie, wie Denkprozesse sichtbar werden und sich mathematische Prozesse kreativ und verstehensorientiert gestalten lassen. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug“, so Apfler. Digitale Formate sollen Lernprozesse unterstützen und vertiefen. Die Workshops boten dazu konkrete Einblicke – von KI-gestützten Lernformaten über Stop-Motion-Formate bis hin zu Gamification und Learning Analytics.

Der Tag der Mathematik 2026 unterstrich die Bedeutung mathematischen Denkens für Orientierung, Urteilskraft und verantwortungsbewusstes Handeln im digitalen Wandel.

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23. Februar 2026 | Fortbildung | PH NÖ