Eine abwechslungsreiche Fortbildung bot sich schulischen Führungskräften am 15.4.2026: Krems an der Donau, eine historische Stadt mit rund 25.000 Einwohner*innen, hat im Bereich Kunst Großes zu bieten.
Zentrum des Kunstgeschehens ist die Kunstmeile Krems. Nirgendwo sonst in Niederösterreich gibt es geballt so viel Kunst wie am Museumsplatz. Das Team der Kunstvermittlung führte durch die aktuellen Ausstellungen der Landesgalerie Niederösterreich: „Wiener Moderne. Weiblich. Widerständig“ und „Inge Dick: Vom Licht berührt“. Die Universalkünstlerin Fanny Harlfinger-Zakucka (1873–1954) war eine radikale Fürsprecherin für die Gleichberechtigung der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Vor hundert Jahren gründete sie die Vereinigung Wiener Frauenkunst. Die Ausstellung mit Werken der fast vergessenen Vertreterin der Wiener Moderne gibt neue Einblicke in ihre vielfältige künstlerische Arbeit sowie in den Kampf der weiblichen Kunstszene um Emanzipation und Anerkennung in der Zwischenkriegszeit.
Kuriose und humorvolle Eindrücke vermittelte der Streifzug durch das angrenzende Karikaturmuseum, das Werke von Oliver Schopf, Bruno Haberzettl, Manfred Deix und anderen beherbergt. Als einziges Museum in Österreich für satirische Kunst widmet es sich seit 2001 Kunst und Humor in all ihren und seinen Formen, Farben und Strichen – von politischer Karikatur bis zum Comic, von humorvollen Zeichnungen bis zu aktuellen Cartoons.
Ein Gespräch mit der operativen Geschäftsführerin Julia Flunger-Schulz bot Einblicke in die Organisationsstruktur der Museen der Kunstmeile Krems und der Holding NöKu, die mit einem großen Schulbetrieb vergleichbar ist. „Verantwortung – Administration – Herzblut, gepaart mit hohem persönlichen Engagement“ seien die wichtigsten Eckpfeiler für Führungskräfte, so Flunger-Schulz, in einer Schule wie in einem Museumsbetrieb. Resilienz, Humor, Beziehung und die Freude am Miteinander die Zutaten für gelungene menschliche Begegnungen im Kontext von Kunst und Pädagogik.
Die Vorstellung des Vermittlungsprogramms für Schulen und ein praktischer Stationenbetrieb mit Workshops rundeten die informative Fortbildung ab.