Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Kinder erleben die Natur“ besuchten Studierende des 2. Semesters den familiengeführten Biohof Osterer in Tribuswinkel.
Geführt wird der Betrieb von den beiden Brüdern Thomas und Bernhard Osterer, die den Familienbetrieb erst vor einigen Jahren in einen Biohof umgewandelt haben. Der Fokus liegt auf dem saisonalen Ackerbau sowie den rund 700 Weidehühnern. Durch Direktvermarktung gibt es im Hofladen nicht nur die hofeigenen Hühnereier beim Eierautomaten, sondern während der Saison natürlich auch sämtliches frisches Gemüse und Obst zu kaufen – auch am Wochenmarkt.
Zu Beginn der Erlebnisführung stellte Hannes Lindner die Angebote der Landwirtschaftskammer Niederösterreich vor, darunter „Schule am Bauernhof“, welches die Studierenden an diesem Tag erleben durften. Ausgestattet mit einem Goodie Bag der LK NÖ, prall gefüllt mit sämtlichen Infomaterialien für die Schule, starteten die Studierenden die erkenntnisreiche Tour mit Bauer Bernhard.
Gestartet wurde beim Hofladen bei der Zufahrt zum Biohof mit der Aufklärung darüber, was denn überhaupt „Bio“ ausmacht. Zudem wurde besprochen, was die Vorteile der Direktvermarktung sind und welche Rolle die Saisonalität im Hofalltag der Osterers spielt.
Danach ging es in die große Halle, in welcher eine rießige Maschine neben der anderen stand, unter anderem ein Mähdrescher. Am Beispiel des Weizens erläuterte Bernhard, was beim Mähdreschen konkret passiert, aus welchen Teilen die Pflanze besteht und auch, was es denn bedeutet, die Spreu vom Weizen zu trennen und wo eigentlich der Unterschied zwischen Heu und Stroh liegt. Über eine kleine Mühlbach-Brücke ging es dann schließlich zum Acker.
„Wir haben uns entschieden MIT der Natur zu leben“, erzählte der Landwirt, während er auf die vom Biber gefällten Feigenbäume deutete – auch das ist Alltag auf einem Biobetrieb. Neben den Feigen gibt es am Feld noch Blumen und Kräuter, Erdbeeren, sowie natürlich eine Vielzahl an Gemüsesorten wie Paradeiser, Gurken, Paprika, Radieschen, Mangold, Artischocken oder auch Chilis. An diesem heißen Tag mit bis zu 30°C wurde auch die Funktion der vier großen Gewächshäuser noch einmal klarer, denn unter dem Dach war es gefühlt gleich doppelt so heiß. Mit der Zeit verwandelt sich ein Gewächshaus so in einen regelrechten Dschungel. Die Paradeiser etwa werden an Schnüren aufgebunden und erreichen so Höhen von bis zu 5m.
Bei der gemeinsamen Jause im kühlen Schatten gab es nicht nur Butterbrote mit frischem Schnittlauch, Radieschen und Rucola vom Feld, sondern auch ein spezielles „Zaubersalz“ mit getrockneten Blütenblättern. Gut gestärkt ging es für den letzten Teil der Führung zu den mobilen Hühnerställen, die sich auf der anderen Seite der Badner Bahn-Gleisen befinden.
Schon gewusst? Mit bis zu 350 Hühnern zählt man in Österreich als Kleinbetrieb! Bis vor kurzem war auch der Biohof Osterer ein solcher, mittlerweile wurde die Hühneranzahl aufgrund der hohen Nachfrage an Eiern jedoch verdoppelt. Nicht nur durften sich die Studierenden den mobilen Stall genauer ansehen und auf Eiersuche gehen, sie durften sogar Hühner auf den Arm nehmen, was vermutlich das absolute Highlight zum Ende dieser einzigartigen und erkenntnisreichen Exkursion war.
Links:
Biohof Osterer
Landwirtschaftskammer Niederösterreich (LK NÖ)
Schule am Bauernhof