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Grüne Chemie wächst

Am 27. Oktober 2026 fand im Gobelinsaal des Bundesministeriums in Wien die Veranstaltung „Grüne Chemie von der Saat zur Frucht: vom Schullabor zum marktfähigen Produkt“ der österreichischen Plattform Grüne Chemie - Zukunft:Chemie statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie innovative Ansätze der Grünen Chemie von der schulischen und universitären Ausbildung über die Forschung bis zur Entwicklung marktfähiger Produkte gelangen können.

Die Veranstaltung der Plattform von Umweltbundesamt und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups und Verwaltung zusammen. In Vorträgen und einer gemeinsamen Paneldiskussion wurden die Bedeutung der Ausbildung zukünftiger Forschung und Entwicklung der Chemie, die Rolle innovativer Start-ups sowie Herausforderungen bei der Finanzierung und Vermarktung nachhaltiger chemischer Produkte beleuchtet.

Grüne Chemie in der österreichischen Forschungslandschaft

Im Programmschwerpunkt „Schule und Universität – Ausbildung zu Chemiker:innen der Zukunft“ stellte Rita Krebs Einblicke in ihre Masterarbeit, die an der Fachhochschule Technikum Wien zur Identifikation und Analyse von Forschungsaktivitäten im Bereich der Grünen und Nachhaltigen Chemie in Österreich absolviert wurde, vor.
Ziel der Arbeit war es, Forschungsgruppen und ihre Projekte systematisch zu erfassen und zu untersuchen, inwieweit zentrale Prinzipien der Grünen Chemie in den öffentlich zugänglichen Forschungsdarstellungen erkennbar sind. Die Arbeit macht sichtbar, in welchen Forschungsbereichen Ansätze der Grünen Chemie bereits erkennbar sind und wo Potenziale für eine stärkere Verankerung ihrer Prinzipien bestehen. Zugleich zeigt sie, wie wichtig transparente und aussagekräftige Forschungsdarstellungen sind, um Beiträge zu einer nachhaltigeren Chemie nachvollziehbar zu machen.

Von der Forschung zur praktischen Umsetzung

Auch die weiteren Programmpunkte beleuchteten die vielfältigen Zugänge zur Grünen Chemie. Im Themenblock zur Ausbildung diskutierten Martin Letschnig von der HBLVA17 Rosensteingasse und Oliver Musl von der Universität für Bodenkultur Wien, wie zukünftige Chemikerinnen und Chemiker bereits in Schule und Universität für ressourcenschonende, sichere und nachhaltige chemische Verfahren sensibilisiert werden können.
Weitere Beiträge aus dem Bereich der chemischen Industrie, beispielsweise Martin Bellof von der Firma Chemstars und Laura Hundscheid vom BMLUK, widmeten sich der Entwicklung innovativer Ansätze und der Frage, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit aus wissenschaftlichen Ideen praxistaugliche Anwendungen entstehen. Dabei wurde auch die Rolle von Start-ups als Bindeglied zwischen Forschung, technologischer Entwicklung und wirtschaftlicher Verwertung thematisiert.
Im Programmpunkt „Grüne Chemie am Markt“ rückte schließlich die Umsetzung Grüner Chemie in Unternehmen in den Mittelpunkt. Thematisch stand dabei die Frage im Vordergrund, wie sich Nachhaltigkeitsansprüche in konkrete Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle übersetzen lassen. Tobias Keplinger von AgroBiogel und Peter Wilkes von Biesterfeld stellten ihre jeweiligen Produkte vor. 

Grüne Chemie als gemeinsame Gestaltungsaufgabe

Die Veranstaltung verdeutlichte die Bedeutung des Austauschs zwischen Bildungsinstitutionen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Grüne Chemie beginnt nicht erst bei der industriellen Anwendung: Bereits in der Ausbildung und bei der Konzeption von Forschungsprojekten werden Grundlagen dafür gelegt, chemische Produkte und Prozesse sicherer, ressourcenschonender und nachhaltiger zu gestalten. 

27. Oktober 2026, Erstellt von Rita Krebs | Forschung | PH NÖ