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Erzählen – Lernen – Bilden

Ergebnisse aus dem Erasmus+-Projekt „CultureNature Literacy“

Wie lässt sich posthumanistisches Erzählen didaktisch vermitteln? Welche Anregungen bietet es für Zukünftebildung? Diesen Fragen widmete sich UNESCO Chairholder Carmen Sippl beim vierten Arbeitstreffen des DFG-Netzwerkes PRANA (Posthumanist Resarch and Narratology) an der Universität Basel, das dem Themenkomplex „Erzählen – Lernen – Bilden: Posthumanistische Aufmerksamkeitsökologien in der Lehre“ gewidmet war. In ihrem Impulsvortrag „,Das letzte Wunder‘: Posthumanistische Perspektiven in anthropozänen Lektüren erkunden“ im Panel „Posthumanistische Narrationen und Kanones“ stellte sie die Anthologie und den Leitfaden für ökologisches Lesen vor, welche im Erasmus+-Projekt „CultureNature Literacy“ entstanden sind, und wendete ihn in einer didaktischen Analyse beispielhaft auf Erzählungen aus der CNL-Anthologie an. Die gemeinsame Lektüre im Materialworkshop öffnete den Blick für das didaktische Potenzial literarischer Texte für Zukünftebildung im Anthropozän.

Ökologisches Lesen

In literarischen Texten können wir die Welt mit anderen Augen sehen: Wir teilen die Abenteuer und Gefahren, Ängste und Sorgen, Gedanken und Gefühle, Freuden und Leiden fiktiver Figuren. Erzählungen können auch nicht-menschlichen Figuren (wie Tieren, Pflanzen, Steinen, Erden, Flüssen, Mooren) eine Stimme geben. In deren Lebenswelten lesend einzutauchen, kann komplexe Stoffkreisläufe verständlich und die Verflechtungen von Mensch, Natur und Technik im Anthropozän verstehbar machen. Im Erasmus+-Projekt „CultureNature Literacy“ wurde deshalb ein mehrsprachiger Reader mit literarischen Texten erstellt, die zum Perspektivenwechsel einladen. Die Leitfragen im Leitfaden für die anthropozäne Lektüre bieten Lehrenden eine Hilfestellung für die didaktische Analyse zur Unterrichtsvorbereitung.

CNL-Reader für Unterricht und Hochschuldidaktik

Die Anthologie mit literarischen Impulstexten zur Reflexion der Mensch-Natur-Beziehungen in Schule und Hochschule (Sippl & Capatu, 2025) und der Leitfaden für die anthropozäne Lektüre (Sippl & Wanning, 2025) stehen im Open Access auf der Projektwebseite zur Verfügung. 

18. September 2026 | Forschung | International | PH NÖ