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Daten lesen, Entwicklung gestalten.

Daten liefern Befunde. Entscheidend ist, wie sie gelesen, eingeordnet und für die weitere Arbeit genutzt werden. Beim Daten-Workshop am 30. September 2026 an der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) beschäftigten sich Lehrende aus Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Schulentwicklungsberaterinnen und -berater der PH NÖ und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich (KPH Wien/Niederösterreich) gemeinsam mit Daten zu Schul- und Unterrichtsqualität.

Franz Erhard und Roman Lehnert vom Bundesministerium für Bildung (BMB), Sektion III/7 – Externe Evaluation von Schulen, Analysen zur Schulqualität, eröffneten unterschiedliche Zugänge zu Daten über Schule und Unterricht. Erhard setzte den Schwerpunkt auf die externe Schulevaluation: Im Mittelpunkt standen ausgewählte Ergebnisse und die Frage, welche Informationen sich daraus über Schul- und Unterrichtsqualität gewinnen lassen. Lehnert bezog weitere Datenquellen und Bildungsstudien ein: das Programme for International Student Assessment (PISA), der Teaching and Learning International Survey (TALIS), die Progress in International Reading Literacy Study (PIRLS), die Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS) sowie die individuelle Kompetenzmessung PLUS (iKMPLUS).
Mit dem Kontext-Input-Prozess-Output-Modell (KIPO-Modell) wurde ein Bezugsrahmen aufgegriffen, der unterschiedliche Bedingungen, Prozesse und Ergebnisse von Schule in Beziehung setzt. Im Fokus stand damit nicht die isolierte Betrachtung einzelner Zahlen, sondern deren Einordnung in Zusammenhänge. 
Ausgewählte Ergebnisse der externen Schulevaluation zeigten exemplarisch, wie Daten unterschiedliche Aspekte von Schul- und Unterrichtsqualität sichtbar machen und zum Ausgangspunkt für strukturierte Reflexion werden können.

Perspektiven verbinden

In zwei Workshoprunden arbeiteten die Teilnehmenden bewusst in gemischten Gruppen. Lehrende aus Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Schulentwicklungsberaterinnen und -berater analysierten ausgewählte Daten, reflektierten deren Aussagekraft und diskutierten mögliche Implikationen für ihre jeweiligen Arbeitsfelder.
Johanna Schwarz (PH NÖ) und Michaela Waldherr (KPH Wien/NÖ) führten durch die unterschiedlichen Arbeitsphasen.

Transfer schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf einfach anwendbaren Methoden einer strukturierten, qualitätsorientierten Datenreflexion. Transferaufgaben führten den Blick von den Befunden zur Frage, was die Ergebnisse für das jeweils eigene Arbeitsfeld bedeuten. Gerade im Austausch wurde sichtbar, wie eng Aus-, Fort- und Weiterbildung und Schulentwicklungsberatung miteinander verbunden sind. Daten zur Schul- und Unterrichtsqualität sind für alle diese Bereiche relevant – wenn auch aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Aufgaben. Das Workshopformat wird erstmals an Pädagogischen Hochschulen in den einzelnen Bundesländern durchgeführt. An der PH NÖ führte der Nachmittag unterschiedliche Datenquellen, Aufgabenbereiche und professionelle Perspektiven zusammen.

Vom Blick auf die Daten führte der Workshop zur Frage, was die Ergebnisse für die unterschiedlichen Arbeitsfelder bedeuten. Dabei wurde sichtbar, wie eng Aus-, Fort- und Weiterbildung und Schulentwicklungsberatung miteinander verbunden sind – und wie relevant der gemeinsame Blick auf Daten für alle Bereiche ist. Unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliche Aufgaben – und Daten als gemeinsame Grundlage, um Entwicklung weiterzudenken.
 

30. September 2026 | Forschung | PH NÖ