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Bei Tag und bei Nacht: Stille Kinder stärken

Manche Kinder sind laut, manche leise – und beides ist gleichermaßen wertvoll. Doch gerade stille Kinder bleiben im Alltag oft unbemerkt, obwohl ihre Gedanken, Gefühle und Stärken ebenso bedeutsam sind. Das Projekt „Leise & Mutig“ der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich geht der Frage nach, wie ihre Teilhabe gestärkt werden kann. Im Zentrum stehen Mut, Ermutigung und die Überzeugung, dass Stillsein keine Schwäche ist, sondern oft eine besondere Form von innerer Stärke.

Wie Teilhabe stiller Kinder gestärkt werden kann, fragt ein Projekt der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich (PH NÖ) . Auch bei der Langen Nacht der Forschung hieß es: „Leise & Mutig – Wenn Stillsein Kraft hat.“ Manche sind laut. Manche sind leise. Beides ist richtig und wichtig.

Hereinspaziert! Gar nicht still war es in der Langen Nacht der Forschung, bei der Besucher*innen eingeladen waren, sich intensiv mit dem Thema Stille auseinanderzusetzen. Unter dem Motto „Leise & Mutig“ wurde erfahrbar gemacht, dass Stillsein viele Facetten hat und weit mehr bedeutet als bloßes Schweigen.

Still?

Was bedeutet eigentlich „still sein“? Diese Frage wurde Lehrer*innen, Expert*innen, Eltern und Freizeitpädagog*innen gestellt. Die Antworten zeigen ein breites Spektrum: von Introversion und Schüchternheit über Angst bis hin zu Sprech- und Sprachschwierigkeiten oder Mutismus. Einzelne Aspekte wie Angst, Mut, Schüchternheit und Einsamkeit werden mithilfe von Kinderliteratur aufgegriffen und im Kontext von Vielfalt reflektiert. Weiters dienen einzelne Facetten des Themas Masterstudierenden als Ausgangspunkt für ihre Forschungsarbeiten.

Auch Schüler*innen unterschiedlichsten Alters und aus verschiedenen Schulen selbst berichten, wann und warum sie still sind. Ihre Perspektiven wurden im Rahmen der Langen Nacht der Forschung präsentiert und gemeinsam mit den kleinen und großen Besucher*innen diskutiert. Was trifft auf dich zu? Und was wurde bislang noch nicht gesagt?

Typisch …?

Gibt es Unterschiede in den Antworten von Mädchen und Buben? Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass sich insbesondere bei begabten Schüler*innen geschlechtsspezifische Muster zeigen. In der Reflexion eigener Schulerfahrungen berichteten Kinder und Jugendliche sowohl Übereinstimmungen als auch Unterschiede und gaben so Einblick in ihre Erlebenswelt.

Auseinandersetzung mit Mut und Ermutigung

Gemeinsam mit einer Klasse der Praxisvolksschule (PVS) wird das Thema ab der 1. Schulstufe kontinuierlich aufgegriffen und vielfältig bearbeitet – durch Ideensammlungen, Erfahrungsaustausch, Bewegung, Darstellen, Singen, Zeichnen und vieles mehr. Dabei rücken Dimensionen wie laut und leise, Mut und Ermutigung sowie innere Stärke in den Fokus.
Auch die Besucher*innen der Langen Nacht der Forschung setzten sich aktiv mit Stille, Mut und Ermutigung auseinander und beteiligten sich kreativ, persönlich und ideenreich an diesem Thema. In Kooperation mit der Praxismittelschule – unter anderem mit dem Wahlfach „Mut und Verantwortung“ –, der PVS sowie weiteren Partnerschulen wird die Arbeit fortgeführt und vertieft.

Stärke zeigt sich nicht in Lautstärke

Manche Kinder sprechen laut, andere erzählen in leiseren Tönen. 
Vielleicht sind es gerade die stillen Kinder, die uns lehren, anders hinzuhören. Sie erinnern daran, dass Mut nicht immer laut beginnt und Stärke nicht immer sichtbar sein muss. Wo ihre leisen Stimmen Raum finden, entsteht mehr als Teilhabe – dort wächst Vertrauen, Zugehörigkeit und eine Schule, die jedes Kind willkommen heißt. Denn das Leise hat eine besondere Qualität – und ist oft das, was am längsten nachklingt.

24. April 2026 | Forschung | PH NÖ