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Neue Kooperation zum "begleiteten" Schuleintritt

Die Praxisvolksschule der Pädagogischen Hochschule Niederösterreich und der Kindergarten Melkergründe sind Vorreiter bei der Umsetzung der Grundschulreform. Durch enge Kooperation versuchen sie, den Kindern einen möglichst fließenden Übergang von einer Institution in die andere zu ermöglichen.

Ein bisschen aufgeregt sind sie schon, die "Kindergartenprofis", wie die kommenden Schulstarter/innen im Kindergarten Melkergründe genannt werden, als sie heute Morgen die Vorschulklasse der Praxisvolksschule (PVS) betreten. Lehrerin Renate Bischel macht es ihnen aber leichter. Nach der freundlichen Begrüßung stellt sie jeder und jedem kleinen Besucher/in ein Kind aus der Vorschulklasse als Begleiter durch die nächsten zwei Stunden zur Seite. Zusammen werden Bilder mit Tangram-Plättchen gelegt, einfache Figuren gezeichnet - und natürlich wird zur großen Pause gemeinsam die Jause verspeist.

Bereits die dritte von insgesamt fünf Kleingruppen aus dem Kindergarten in der Josef Kollmann Straße ist es heute, die für zwei Stunden in der Vorschulklasse zu Gast ist. Der Idee der im Jahr 2015 beschlossenen Grundschulreform folgend soll durch langfristig organisierte Kooperation zwischen beiden Bildungseinrichtungen eine inhaltliche Abstimmung und Anschlussfähigkeit erreicht werden. "Dadurch können individuelle Entwicklungsprozesse der Kinder erkannt und erfolgversprechend gefördert werden", erklärt PVS-Direktorin Angelika Dobrowsky.

Die Pädagoginnen wollen dadurch punktuelle Überprüfungen vermeiden, wie sie bei den Schuleinschreibefesten stattfanden. "Wir sehen durch die Besuche, was die Kinder schon an Wissen und Kompetenzen mitbringen und können sie dann beim Schuleintritt genau dort abholen, wo sie stehen. Die Kindergartenpädagoginnen wiederum sehen, was die Kinder in der Schule brauchen. Dadurch ist der Bruch für die Kinder im Übertritt von einer Institution zur anderen nicht so groß." Und es bestehe durch die Erkenntnisse aus den frühen Schulbesuchen die Möglichkeit, noch an der einen oder anderen kleinen Schwäche zu arbeiten.

Eltern befürworten Kooperation

Die enge Kooperation sei somit vor allem im Sinne der Kinder und der Eltern. Es gebe seitens der Eltern sehr positive Rückmeldungen, betont die Direktorin und widerlegt damit das häufig angeführte Argument gegen diesen Aspekt der Grundschulreform, nämlich den Widerstand der Eltern gegen eine Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Schule. Natürlich wurden sie von Anfang über die neue Form der Kooperation zwischen Praxisvolksschule und Kindergarten informiert und eingebunden.

Kinder bringen "Portfolios" mit

Die "Kindergartenprofis" sind jedenfalls stolz, dass sie schon Monate vor ihrem eigentlichen Schulbeginn wie echte Schüler/innen - zumindest für einen halben Vormittag - die Schulbank drücken dürfen. Einige Vorschüler/innen und Kindergartenprofis kennen einander ja schon, erzählt Vorschulklassen-Lehrerin Renate Bischel: "Die Vorschulkinder freuen sich über den Besuch aus dem Kindergarten und kümmern sich engagiert um ihre zukünftigen Mitschülerinnen und Mitschüler." Die jungen Besucher/innen bringen ihre "Portfolios" mit, die sichtbar machen, was sie schon so alles können.

Berührungsängste unter Pädagog/inn/en abgebaut

Doch nicht nur für die Kinder bringt die neue enge Kooperation zwischen Kindergarten und Volksschule einen Fortschritt, erklärt Direktorin Dobrowsky. Auch die früher leider gängigen Vorurteile zwischen Lehrer/innen und Kindergartenpädagog/innen werden dadurch abgebaut: "Durch das Kennenlernen des jeweils anderen Tätigkeitsbereiches hat sich viel verändert."

Weitere Infos:
Neue Homepage der Praxisvolksschule

Ausführungserlass zur Umsetzung der Grundschulreform ab dem Schuljahr 2016/17

24. Februar 2017, Erstellt von Walter Fikisz | PH NÖ | Ausbildung