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Mein Körper gehört mir

Mit einem dreiteiligen Theaterstück sensibilisieren Mitarbeiter/innen des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention die Schüler/innen der 3. Klassen für sexuellen Missbrauch.

"Mein Zimmer, mein Auto, meine Mama!" Schon die Kleinen wissen, was ihnen gehört. "Mein Mund, meine Beine, mein Po?" Dass sie Besitzansprüche auf ihren Körper haben, wird Kindern nur sehr selten beigebracht. Sie wachsen mit körperlicher Nähe auf - und die tut eigentlich immer gut. Aber manche Erwachsene missbrauchen das Vertrauen der Kinder. Und gerade im nahen sozialen Umfeld verschwimmen die Grenzen zwischen Zärtlichkeit und Missbrauch sehr langsam. "Ja, ich mag meinen Onkel. Nein, ich mag nicht, wie er mich gerade anfasst!"

Viele Kinder verstummen, wenn sich ihre "Ja- und Nein-Gefühle" widersprechen. Mit ihrem Theaterstück "Mein Körper gehört mir!" ermutigen die Darsteller/innen des Österreichischen Zentrums für Kriminalprävention die Schüler/innen, ihren "Nein-Gefühlen" uneingeschränkt zu vertrauen.

Direkt aus dem Alltag

Mit dem Körperlied "Mein Körper springt lustig umher" starteten die Schüler/innen der 3. Klasse diese Woche in den zweiten Teil des insgesamt dreiteiligen Theaterstücks. Danach folgen Szenen, wie sie im kindlichen Alltag passieren können: Ein Mädchen bürstet ihrem Freund die Haare. Aber das "zieht!". Eigentlich wollte der Nachbar dem Buben nur beibringen, wie man Tennis spielt. Plötzlich fasst er ihm an den Po.

Anhand dieser Szenen schildern die beiden Darsteller/innen, wo die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten und verletzt werden und thematisieret Facetten sexueller Gewalt. So können die Kinder leicht nachvollziehen, wie andere ihre "Nein-Gefühle" erkennen. Und sie können beobachten, wie sie Hilfe suchen und finden - bei der Mutter, die zuhört, beim Hausmeister, der die Polizei einschaltet und bei der Lehrerin, mit der sich offen über alles reden lässt.

Wichtigste Botschaft: Erzähle davon!

"Kinder, die wissen, wie sie sich in unsicheren Situationen verhalten können, gehen gestärkt durchs Leben", betonen die beiden Theaterpädagog/innen. "Wir vermitteln deshalb eine ganz praktische Strategie: Wenn du ein Nein-Gefühl hast, geh' zu jemandem und erzähle davon!" Deshalb nehmen die Kinder beim dritten Teil des Theaterstücks in der kommenden Woche nicht nur Gefühle und Geschichten mit nach Hause, sondern auch die Telefonnummer von "Rat auf Draht" 147, unter der sie Menschen erreichen, die ihnen weiterhelfen können.

Elternabend im Vorfeld

Weil das Thema sexuelle Gewalt bei Eltern Fragen aufwerfen kann, wurde das bereits im Vorfeld bei einem Elternabend mit den Müttern und Vätern der Drittklasser/innen besprochen. Auch Direktorin Angelika Dobrowsky sowie die Lehrerinnen und Freizeitpädagogin der Schüler/innen nahmen daran teil. Zur Vor- und Nachbereitung wurde den Klassenlehrerinnen Begleitmaterial zur Verfügung gestellt.

30. März 2017, Erstellt von Walter Fikisz | PH NÖ | Ausbildung