Springe direkt zu :

Menü schließen

Brotkrümelnavigation:

Hauptinhalt:

Beispiel: Thema Wasser in Niederösterreich

Die Fokussierung auf Wasser macht es möglich, die Lebenswirklichkeit und Alltagspraktiken der Lernenden in Primar- und Sekundarstufe anzusprechen und offene Lernprozesse an Primärerfahrungsorten zu inszenieren. Im Sinne eines vernetzten Lernens von den lokalen Gegebenheiten zu weltweiten Problemen z.B. mit Oberflächenwasser und Erosion bietet der Ansatz des Globalen Lernens die Gelegenheit, neben der lokalen auch die globale Dimension zu veranschaulichen. Die Zusammenarbeit mit dem WasserCluster Lunz gewährt Schülerinnen und Schülern praktische Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten im Freiland und im Labor über sogenannte Citizen Science Projekte. Über Citizen Science wird naturwissenschaftliches Verständnis im Sinne Forschenden Lernens vermittelt, in der Regel an für die Beteiligten relevanten Orten mit persönlichem Bezug.

Die menschliche Aneignung und Nutzung der Ressource Wasser im Anthropozän lässt sich auch an kulturhistorischen Objekten erfahrbar machen, etwa naturhistorischen Werken aus vergangenen Jahrhunderten in der Stiftsbibliothek Klosterneuburg. An der Auseinandersetzung mit alten Büchern können Schüler/innen neben der kulturellen Praktik des Buchdrucks auch die Bedeutung der Digitalisierung von Handschriften und frühen Drucken inklusive Objektbeschreibung kennenlernen und diese selbst vor Ort in der Bibliothek durchführen. So lassen sich Historisches Lernen, Sprachliche und Kulturelle Bildung im Sinne einer Transkulturellen Pädagogik (Becker-Mrotzek & Roth 2017, 32f.) vielfältig miteinander verbinden. Zahlreiche weitere Beispiele in den Kontexten von Geschichte, Literatur, Kunst, Musik sind zu erschließen und in Lernszenarien mit den Bedingungen in der Gegenwart zu verknüpfen, um Gestaltungskompetenz für die Zukunft zu ermöglichen.

Dabei gilt es, Narrationen und Visualisierungen medienpädagogisch zu nutzen, um mögliche Entwicklungspfade anschaulich zu machen (Leinfelder 2013, 2016, 2017, 2018) und digitale Grundbildung zur Anwendung zu bringen. Das Projekt entwickelt auf diesem Wege innovative Konzepte zur Wissenschaftsvermittlung.

In räumlicher und zeitlicher Hinsicht macht es die Auseinandersetzung mit der Natur- und der Kulturgeschichte des Wassers anhand von regionalen und lokalen Objekten und Situationen in Niederösterreich möglich, die globale Perspektive des Anthropozäns und seine Herausforderungen erlebbar und verstehbar werden zu lassen.

Das Lernen an Primärerfahrungsorten ist ein wesentliches Moment, um den Menschen als Akteur zu begreifen: im Schaffen von kulturellen Werten ebenso wie im Eingreifen in die und Verändern der natürlichen Stoffkreisläufe (z.B. Wasserkreislauf) und Energiekaskaden (z.B. Aneignung von Nettoprimärproduktion in Form von pflanzlicher und tierischer Biomasse). Das Wissen, das dabei generiert wird, befördert neben kommunikativen, sozialen und kulturellen Kompetenzen vor allem die Handlungskompetenz, wie sie für die proaktive Gestaltung einer nachhaltigen Gesellschaft im Anthropozän lebensnotwendig ist. Dies geschieht auf dem Weg einer Sensibilisierung für sprachliche und kulturelle Diversität ebenso wie für die Verantwortung des Menschen für die Zukunft des Systems Erde im Anthropozän.