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Classrom Matters

Classroom Matters

Kompositionseffekte auf den Zusammenhang zwischen Hochbegabung und Schulleistung

Im Zusammenhang international vergleichender Schulleistungsstudien wie PISA oder TIMSS wurde den Kontexteffekten verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet. Der Begriff umschreibt die Beeinflussung des Individuums durch das schulische Umfeld unabhängig von dessen individuellen Voraussetzungen.

Bisherige Studien untersuchen ausschließlich Haupteffekte von sozioökonomischen, soziokulturellen und leistungsbezogenen Kompositionsmerkmalen von Klassen oder Schulen auf die Schulleistung. Studien zu Cross-Level-Effekten zwischen der Individual- und Klassenebene auf die Schulleistung fehlen. Eine Studie in der der Frage nach gegangen wird, ob der Effekt der Intelligenz auf die Schulleistung in Abhängigkeit vom Klassenkontext variiert, liegt von Freund, Holling und Preckel (2007) vor. Ihre Ergebnisse deuten auf einen stabilen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Schulleistung.

Multifaktorielle Modelle von Hochbegabung sprechen jedoch von einem dynamischen Zusammenhang in Abhängigkeit von nicht-kognitiven Persönlichkeitsmerkmalen sowie Umweltmerkmalen. Sowohl im Begabungsmodell von Gagné (2000) als auch von Heller (2001) werden Katalysatoren bzw. umweltbedingte Moderatoren angeführt, die die Entwicklung der Intelligenz als Potenzial der Begabung zur Performanz in Form von Schulleistung beeinflussen.

Ziel des Projekts ist, die Erklärungskraft des Klassenkontexts für den Zusammenhang zwischen der Intelligenz und der mathematischen Schulleistung unter Berücksichtigung differenzieller Effekte der spezifischen Lern- und Entwicklungsumwelten zu nützen. Folgende Forschungsfragen sollen beantwortet werden:

·         Lassen sich Cross-Level-Effekte zwischen der Intelligenz auf Individualebene und Kompositionsmerkmalen auf Klassenebene auf die Schulleistung nachweisen?

·         Gibt es einen stabilen Zusammenhang zwischen Intelligenz und Schulleistung oder variiert der Effekt der Intelligenz in Abhängigkeit vom Kontext, d.h. zeigen die Klassenregressionslinien konstante Steigungen oder gibt es signifikante Abweichungen der Steigungen?

·         Lässt sich aus der Effekstärke der Kovarianz zwischen Intercept und Slope der Regressionsgeraden eine Aussage zum Zusammenhang zwischen Intelligenz und Schulleistung hinsichtlich Achievement bzw. Underachievment  treffen?

·         Lassen sich aus der Erkenntnis eines dynamischen Zusammenhangs zwischen Intelligenz und Schulleistung sowie den Erkenntnissen zu Achievement wie Underachievement Aussagen zu Typologien förderlicher Lernumwelten treffen?

Das Projekt basiert auf einem Datensatz von ca. 330 Grundschülern aus 18 Wiener Grundschulklassen der 3. Schulstufe aus dem Frühjahr 2015. In dieser Querschnittserhebung wurden neben Intelligenz-  und Schulleistungsdaten auch Merkmale zur Klassenkomposition erhoben. Gemäß der hierarchischen Datenstruktur kommt das Verfahren der Mehrebenenanalyse zur Beantwortung der Forschungsfragen zur Anwendung. Mittels Clusteranalyse sollen Gemeinsamkeiten förderlicher Lernumwelten erkundet werden, worin die pädagogische Relevanz des Forschungsprojekts für die Begabtenförderung liegt.

Laufzeit07/201612/2019
Projektleiter/inDr. Gundula Wagner M.Ed.